Verfeinerte Straßenkunst im Eigenheim

Sie sind überall, von einfach bis filigran, von legal bis illegal und ebenso beliebt wie gehasst. Ob Kunstform oder Vandalismus – Graffitis prägen das Straßenbild unserer Städte in einem so konstanten Stil, dass sie von der Allgemeinheit schon gar nicht mehr wahrgenommen werden. Betrachtet man jedoch die Geschichte, die Aussage und die kreativen Details dieser urbanen Technik erscheinen die farbintensiven Werke in einem ganz anderen Licht. Das Wort Graffiti stammt aus dem Alt-Griechischen und bedeutet soviel wie Schraffierung. Schon im Alten Ägypten fanden sich die ersten Graffitis gemäß Definition in Form von privaten, gekratzten Inschriften, die sich auf Tempeln, in Gräbern, auf Felsen und Statuen befanden. Gegenwärtig existieren sehr viele Arten von Graffiti deren Abgrenzung sich durch zahlreiche Überschneidungen in der Darstellung als sehr schwierig erweist. Insbesondere das sogenannte Writing, die meistverbreiteste Form des Graffiti und die Streeart weisen solche Schnittmengen auf. Beim Writing bildet die Schrift das Basiselement der Bildkomposition und Ziel dabei ist ein möglichst hoher Grad der Verbreitung des eigenen Pseudonyms, während bei der Streetart die kreative Gestaltung der Umwelt das Handeln der Sprayers bestimmt. Künstlerische Graffitis und Stencils bilden interessante Unterarten dieser Straßenkunst. Unter einem Stencil oder Pochoir versteht man die Technik die durch dass Sprühen über Schablonen Ihre plakativen Ergebnisse erzielt. Wenn man sich in den hiesigen Städten genau umsieht erblickt man oft Pochoirs mit politischem Inhalt und geringem künstlerischen Anspruch.
Eben diese Technik weiss Bernd Bohle, ein Künstler aus Göttingen so wirkungsvoll zu verfeinern, dass seine Werke mittlerweile auf Leinwänden und Räumen in der ganzen Republik zu finden sind. Farbenprächtige Szenen mit unterschiedlichsten Elementen lassen diese im Stile der Pop-Art ansässigen Bilder zu einzigartigen Stücken der Wohn-und Arbeitskultur werden.“Diese Kunstart verdient es den Leuten nähergebracht zu werden!“, so Bohle.
Auch andere Graffiti-Künstler bieten mittlerweile Ihr Können für den Einsatz in vier Wänden an. Der unter dem Pseudonym agierende „fanta“ aus München sprayt seit Jahren technisch auf dem obersten Niveau der Szene und schafft trendige Motive, die optisch durch ihre intensive Farbgebung und auffällige Linienführung zu begeistern wissen.

Vom Untergrund in die Öffentlichkeit. Ein Outing, dass Lust auf mehr macht. Lassen Sie doch auch einmal den Style der Strasse bei Ihnen Einzug halten. Scap One, Writer aus Stuttgart fasst zusammen: „Graffiti ist ursprünglich, unverfälscht und extrem wirkungsvoll auch abseits des Asphaltdschungels“.

Quelle: wandmode.de