Das tagtägliche Foto in einem anderen Licht

Am gestrigen Sonntag endete die Ausstellung „Rhetorik der Bilder: Über das journalistische Foto“ im Braunschweiger Photomuseum. Das räumlich zweigeteilte Ausstellungsgebäude zeigte künstlerische Arbeiten von Sarah Charlesworth, Pascal Convert, Peter Piller, Michael Schäfer, G.R.A.M. sowie ca. 100 Titelseiten amerikanischer Zeitungen vom 12. und 13. September 2001 und 70 Titelseiten von deutschen regionalen, überregionalen und internationalen Zeitungen.

Während ein Teil des ausgestellten Arrangements (insbesondere Fotos aus lokalen Tageblättern) dem Betrachter durchaus ein Lächeln auf die Lippen zauberte, wirkt der Großteil der Sammlung aufgrund des realistischen Hintergrunds sehr bedrückend. Schonungslos werden hier die Ergebnisse präsentiert, die journalistisch mit viel Nachrichtenwert für die Außenwelt festgehalten wurden. Tod, Trauer und Entsetzen hinterlassen einen bleibenden Eindruck und die Frage, wie detailliert eine Szene durch die Presse in die Wohnzimmer der Menschen getragen werden muss. Wahrscheinlich braucht es in Zeiten der Reality-Shows solch schonungslose Szenen aus Krisengebieten, um das Interesse für das Weltgeschehen zu wecken.

Ab dem 07.05.2010 startet die Ausstellung „Skies and Seas“. Sie präsentiert drei künstlerische Herangehensweisen, die mit dem Sammeln und Ausstellen von historischer Fotografie zu tun haben. Die Ausstellung verdeutlicht, welche Bedeutung dem Medium in der wissenschaftlichen, technischen und touristischen Erschließung der Welt zukam und welche Faszination diese kleinen, billigen und alltäglichen Bildwelten heute noch oder wieder ausüben.