Pflichstation für rockige Familien

Die Lust existiert schon lange: endlich mal wieder als Paar auf ein Rockkonzert gehen. Doch wohin mit den Kindern? Oma und Opa wohnen zu weit weg und der Babysitter kann an sonnigen Wochenenden auch immer seltener. Was tun? Wieder ein Standardbesuch auf dem wöchentlichen Flohmarkt? Da fallen die Blicke auf zahlreiche bunte Plakate am Straßenrand, die ein musikalisches Event namens „Rock am Waggon“ anpreisen. Der Start des Programms um 15.00 Uhr lässt uns als Famiilie jedenfalls aufhorchen. Könnte das vielleicht etwas für unseren anstehenden Ausflug sein und ist das die Befriedigung unserer Open-Air-Lust?. Wir machen es wahr – mit etwas Verspätung fahren wir in den Veranstaltungort Klein Wiershausen in der Nähe von Rosdorf ein. Eine wunderschönes Dorf mit rund 250 Einwohnern – doch wo ist das Open-Air? Nachdem man außerhalb der Ortschaft keine Autoreihen ausmachen kann, ist es klar, das Spektakel spielt sich inmitten der Siedlung ab. Auf dem Gelände angekommen, streben unsere Mundwinkel nach oben. Neben einer stattlichen Bühne und den üblichen lukullischen Anlaufpunkten, finden sich jede Menge Spielgeräte für die Kinder und der wunderschön kultige Namensgeber der Veranstaltung, der alte „Eisenbahnwaggon“ in Sichtweite. Diese Zusammenstellung heisst Entspannung. Während die Kids klettern, rutschen oder im Sandkasten spielen, können die Eltern endlich mal wieder rockige Klänge live erleben. Die musikalische Palette reicht von Rock bis Pop und über Ska bis Reggea. Die ca. 500 Besucher verbreiten eine klasse Stimmung, die unweigerlich an die guten alten Siebziger erinnert. Die Wahl der Bands stimmt und trotz wechselnder Musikstile und Durchschnittsalter der Künstler bleibt alles absolut familentauglich. Cover-Versionen laden zum Mitsingen ein und Eigenkompositionen wissen zu überzeugen. Den Rest besorgt das Super-Wetter und die durchweg netten Menschen drumherum. Das  Open-Air ist einer Vision der Veranstalter zu verdanken, die vor sechs Jahren Ihre Blicke vom Waggon aus über das Gelände schweifen ließen und sich genau so ein Happening vorstellten. Durch das Mitwirken vieler freiwillger Helfer und der Jugendpflege ist ein Event entstanden, dass in dieser Form leider Seltenheitswert hat.
Auf der Heimfahrt ist man sich deswegen schnell einig: „Rock am Waggon wird Pflichstation im nächsten Jahr!“.  On the road again…