Die Drahtarbeiten von Ute Krautkremer

Parallel zu ihren Papierarbeiten entstehen auch gestische Bilder, Reliefs und Wandinstallationen mit Draht. UK erschloss für sich die Linie als künstlerische Herausforderung. Sie ist in ihren Draht-/ Wandskulpturen der Gegenstand, mit dem sie sich mit den Phänomenen Zeit, Raum und Bewegung auseinandersetzt. Oft scheinbar eine Frage des Zufalls, aber für Kenner ihres Werkes auch deutlich noch eine grofle Affinität zur „Voll-Plastik“, ihrer früheren Ausrichtung. Filigran wirken die Drahtbilder als Objektkästen oder gar als Wandzeichnungen. Teilweise ist es – wie bereits oben erwähnt- die Linie, die sie beschäftigt, mit der sie sich den Phänomenen Zeit, Raum und Bewegung stellt. Mal ist sie unbestimmt, dann wieder gerichtet oder wie in ersten Schreibübungen noch hart und schwer, auch durch das von ihr gewählte Material, wird es dennoch jedes Mal in eine verblüffende Weichheit und Leichtigkeit verwandelt und mit gekonnt reduziert gesetzten Linien zu einer Bildeinheit vervollständigt. Wie ihre Papierarbeiten, werfen die Drahtzeichnungen ebenfalls grundlegende Fragen auf: Die Künstlerin nennt die „Gleichzeitigkeit von Innen und Aussen“ als ein zentrales Thema. Diese Arbeiten evozieren Assoziationen von Bewegung und bringen damit auch die „Zeit“ ins Spiel.

Ute Krautkremer: „Der Draht führt ein Eigenleben, das die Oberfläche der Zeichnung beherrscht. Es reizt mich, den Zufall zu zwingen, also ein Spannungsgefälle zwischen (chaotischen) Strukturen und bewusster Ordnung aufzubauen.

Und genau dies, der Übergang zwischen Fläche und Raum, zwischen Zwei-und Dreidimensionalität, ist ein ganz zentrales Element der Kunst von Ute Krautkremer.

Bei den Drahtbildern etwa gelingt es der Künstlerin, ihre Zeichnungen aus der Fläche heraus zu heben -mit Draht-  und so in den Raum hinein weiter zu arbeiten, dass jeweils in sich schlüssige Gesamtbilder entstehen, bei denen die Übergänge zwischen Fläche und Raum kaum sichtbar sind und eben auch gar nicht wichtig erscheinen.

Hat sie bislang in sogenannten „Drahtzeichnungen“ dies verbunden mit Zeichnung zu chiffreartigen Materialkalligrafien auf Holz arrangiert, die in ihrer losgelösten kürzelhaften Bildsprache an Zeichnungen von Cy Twombly erinnern, so ist sie in einem nächsten Schritt nun direkt auf der Wand als Bildträger angelangt, was bei der 4. Höhlerbiennale in Gera bis Ende Oktober 2009 zu besichtigen war.

www.krautkremer-art.de

Quelle:  Uli Hoffelder