Vom Shop zum Rock – Bandcontest am Kaufpark 2010

Rock am Kaufpark scheint in Sachen Publikumsakzeptanz erwachsen geworden zu sein und lockte so am gestrigen Sommerabend hunderte Göttinger vor den Konsumtempel ihrer Stadt. Was im Jahre 2003 noch unter dem Titel „Pop am Kaufpark“ begann zeigte in der 8. Auflage echte Rock-, Alternativ und Punk-Acts, die zu überzeugen wussten.

Als Opener des Wettbewerbs traten Treehouse in den Ring und spielten ihre punkig angehauchten Alternativ-Songs souverän durch die Beschallungsanlage. Die Band Paddy’s Funeral stachen danach durch die Wahl Ihrer Instrumente hervor. Die Band um den charismatischen Frontmann Jan Finkhäuser spielte sich durch Mandoline, Geige, Doubleneck und Flöte mit ihrem Folk-Punk direkt in die Ohren des Publikums, welches die Band durch frenetischen Applaus und Tanzeinlagen zu belohnen wusste. Ein Aufritt der nur durch technische Probleme beim letzten Song unverschuldet getrübt wurde. Den Abschluss machten Nullkommanixx und liessen die Menge ganz im Stile der artverwandten Killerpilze weiter schwitzen. Außer Konkurrenz betraten nun 5 Bugs aus Berlin die Bühne, um der Jury genug Zeit für die Entscheidung dieses Bandwettbewerbs zu verschaffen. Bei dem Auftriit der Hauptstädter wurde schnell klar, dass diese Combo bereits in einer anderen Liga spielt. Hier wurde mit Charm und Können vom ersten Moment an die Bühne gerockt. Der Musikstil, der wohl am ehesten dem Emo-Core zuzuordnen ist und betörte mit gefühlvollen Gesangspassagen sowie fetten Gitarrenriffs.

Gegen 23.00 Uhr war es dann soweit, die Entscheidung stand fest. Treehouse gewannen diese Challenge und ernteten dafür nicht nur Applaus. Viele hatten Paddy’s Funeral vorne gesehen und konnten die Entscheidung der Jury nicht verstehen. Vielleicht brachte ihre Wahl eine Cover-Version von „Whiskey in the Jar“ vorzutragen die Meinung  der Entscheider zum kippen. Egal, Vizemeister ist auch etwas und Wettbewerbe dürfen nicht überbewertet werden – obwohl sie in diesem Falle den Göttingern eine rockige Partynacht bescherten. Alles in allem eine prächtige Veranstaltung, die durch die Wahl der Location nur ein wenig klinisch wirkte.

Fotos: Markus J. Strunk