Subtil, glamourös und erotisch – Pop-Art aus geübter Hand: Dolly Buster im Interview mit dem Kunstmelder

Außergewöhnliche Künstler definieren sich nicht nur über Ihre Werke, sondern auch durch ihre Person. Die wenigsten Farbvirtuosen können mit einem Lebenslauf aufwarten, der polarisiert und zeitgleich auch fasziniert. Ein Vertreter dieser seltenen Gattung ist die 1969 in Prag geborene Nora Baumberger. Die ehemalige tschechische Pornodarstellerin gehörte in den 90ern zu den bekanntesten Ihrer Zunft und beweist seit einigen Jahren Ihr wahres Multitalent auch öffentlich. Ihre neue Passion, neben dem Job als Regisseurin, Produzentin und Autorin, ist die Malerei. Sie schafft Bilder im Pop-Art-Style mit meist erotischem Hintergrund, die wirklich gekonnt insszeniert sind und Publikum sowie Presse begeistern. Der Kunstmelder bat Nora Baumberger zum Interview und erhielt interessante Antworten, die eine Frau zeigen, die auf jeder Art von Leinwand zu Hause zu sein scheint.

Kunstmelder: „Wann und wie haben Sie zur Malerei gefunden, bzw. haben Sie schon vor Ihrem filmerischen Schaffen gemalt?“
Dolly Buster: „Bereits als 13-jährige habe ich ( leider zu kurz ) die Kunstschule in Prag besucht. Nach langjähriger Pause fing ich Ende der 90er wieder an zu malen.“

Kunstmelder: „In Ihren Arbeiten finden sich viele erotische Motive wieder. War diese Thematik zwangsläufig?“
Dolly Buster: „Diese Thematik gehört zwangsläufig zu meinem Leben, es wäre mir nicht möglich, dieses Thema zu ignorieren und trotzdem authentisch zu bleiben.“

Kunstmelder: „Welche Techniken wenden Sie bei der Gestaltung Ihrer Werke an und wie kann man sich den Entstehungsprozess eines einzelnen Bildes vorstellen?“
Dolly Buster: „Am Anfang steht der Versuch ein möglichst perfektes fotonahes Bild zu malen oder zeichnen.
Meine Vorliebe gilt dabei der Malerei von Kohle auf Leinwand. Interessant, finde ich die unterschiedlichen Strukturen verschiedener Leinwandqualitäten, die das Ergebnis u.a auch beeinflussen.
Anschließend verändere ich, dass nahezu perfekte Bild durch geschleuderte Acrylfarbe. Meine neuesten Arbeiten erzählen alle eine Geschichte, die in keinsterweise politisch, sondern eher subtil glamourös erzählt ist.
Ebenfalls finden seit neustem geometrische Einheiten ihren Platz hinter fotorealisitischer Zeichnerei.“

Kunstmelder: „Der Stil ist wohl am ehesten der Pop-Art zuzuordnen. Gibt es da Vorbilder?“
Dolly Buster: „Andy Warhol´s Siebdrucke wirkten ihrer Zeit immer etwas voraus. Er war ein Vollblutskünstler. Allerdings fände ich es anmaßend, sich an ihm, messen zu wollen.“

Kunstmelder: „Dolly Buster ist neben aller Individualität auch eine Art Kunstfigur. War das Ihr erstes Meisterwerk?“
Dolly Buster: „Dolly Buster und Nora Baumberger sind eine Person, unzertrennlich zu beachten und lediglich authentisch.
Kunst kommt vom „KÖNNEN“ und nicht vom „UNTERSTELLEN“.“

Kunstmelder: „Wo liegt für Sie der Sinn des Kunstschaffens?“
Dolly Buster: „Kunst mit politischen Inhalten, hat sicher ihren Sinn. Würde man allerdings nach dem Sinn von Beuys Werken suchen, so bliebe ich Ihnen die Antwort schuldig.
Der Sinn von Kunst kann genauso doppeldeutig, wie auch nicht vorhanden sein, ohne, dass dabei die einzelnen Werke abgewertet werden können.“

Kunstmelder: „Sie beherrschen eindeutig und eindrucksvoll das künstlerische Handwerk. Hilft der V.i.P-Status bei der Vermarktung Ihrer Kunst?“
Dolly Buster: „Der VIP Status wirkt sich eher negativ auf meine Kunstbewertungen aus. Mein Name wird gerne (vielleicht auch zu Recht) mit Boulevard in Verbindung gebracht. Allerdings sind Kunst und Boulevard, nicht wirklich miteinander befreundet.“

Kunstmelder: „Geben Sie eine Einschätzung zum Schaffen Ihrer malenden Kollegen aus dem öffentlichen Leben ab: Udo Lindenberg, Marylin Manson, etc.“
Dolly Buster: „Ich kenne Udo Lindenberg persönlich. Er ist ein großartiger Künstler und ein toller Mensch. Marylin Manson (ein Exzentriker), wurde als einer von sehr wenigen Männern von mir des öfteren gemalt. Wenn  jemand, das Wort Kunst verkörpert, dann sicher er. Ich finde seine Bilder, die ich in Köln sehen konnte, fantastisch. Die Idee, Frauenakten echte Schamhaare anzukleben, könnte eigentlich auch von mir stammen.“

Wer mehr über die Kunst der Nora Baumberger erfahren oder Bilder mit dem Titel „latex rain“ oder „shaved“ begutachten möchte, erhält unter http://www.dolly-buster-kunst.de alle wichtigen Infos. Der Kunstmelder meint: Eine auußergewöhnliche Künstlerin deren weiterer Werdegang bestimmt noch die ein oder andere Überraschung parat hält.