„Put on your red shoes…“ – BOGART bittet erneut zum Tanz rund um Kunst und Kultur

Ihrem Motto „Mal ernsthaft, mal rätselhaft, mal augenzwinkernd!“ blieben die Macher von BOGART (BeOurGuestARTist) auch in der neunten Auflage des Gießener Mitmachmagazins für Creative treu. Eine launige Collage des Hitchcocks-Klassikers „The Red Shoes“, für den der Sohn der Mittelhessen-Metropole, Hein Heckroth als „Art Director/Color“ den amerikanischen Academy-Award, den „Oscar“ erhielt, schmückt den Haupttitel. Läßt hier Mitherausgeber Reinhard Müller-Rode im örtlichen Theaterpark die „Puppe(n)“ vor der räumlich versetzten Büste des Protagonisten tanzen, so ziert sein Co. Hans-Michael Kirstein im cartoonierten Selbstporträt des Flipcover. „Ehre wem Ehre“ gebürt, denn wer soeben als Szenarist mit der franco-belgischen Comic-Ikone Hermann (u.a. „Comanche“, „Jeremiah“) die deutsche Version „Vom ausschweifenden Leben des Nylonmanns“ (Splitter-Verlag) als Erstling vorlegen kann, darf sich schon mal selbst feiern und rezensieren…  Und an diesen Beispielen zeigt sich gleichzeitig, daß auch der Anspruch des Magazins, nämlich „Lokalcolorit mit internationalem Esprit“ zu verbinden, gelungen ist.

Ebenso stehen aber die heimischen Talente und Arrivierten der kunstschaffenden Szene im Vordergrund. So atmen Frank Meisel maritime Szenarios den Geist der Kontemplation, der Entspanntheit und offenbaren Tiefenräume fernab der zivilisatorischen Überwindung. Mittlerweile im Zenit gestalterischen Darstellungsvermögens angelangt, hat Brigitte Schön mit untrüglichem Augenmaß zur durchgefeilten Harmonie anspruchsvoller Bildompositionen gefunden, was ein dreiseitiges Miniportfolio unterstreicht. Einen weiteren Topact setzt Gora Jain, die in Gießen u.a. Kunstgeschichte studierte, promovierte und jetzt dem „Forum für Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern“ in Hamburg voransteht. Eine sehr menschelnde Selbstbeschreibung im „ständiger Kampf für Kunst und Kultur in der Hansestadt und anderorts“. Auch Jochen Schaudig nahm seine Gießener Einflüsse als Cartoonist mit in seine Heimatstadt Mainz und läßt mit seinen BOGART-Veröffentlichungen erkennen, warum auch klassische Satire-Magazine auf seine Arbeiten aufmerksam sind.
Im Inhaltsschwerpunkt, der Reminiszens zum 110. Geburtstag  von Hein Heckroth wird diesmal dessen oft vergessene Leistung als Maler ausführlich gewürdigt – korrespondierend mit der achten Folge „115 Jahre Kino – Ein Streifzug durch die Filmgeschichte“, die exakt mit seinem filmdesignerischen Beitrag zum „Torn Curtain“ (1967) endet.
Ständige Beiträge liefern (Pop-)Autor Sascha A. Wanke (sasch-home.de) u.a. mit seinen Gedichten aus Band und Hörbuch „Augenblicke“ auf der Suche nach der Vollendung des Satzes „Liebe ist…“, der Maler Egon Kramer, hier schwerpunktmäßig mit seinen Politischen Postkarten (egonkramer.de) und (Gay-)Illustrator GIZMORIAN mit seinen faszinierenden Schöpfungen via Grafiktablett (gizmorian.com). Martin Miersch zählt zu den „ernsthaften“ Kunstkritikern im Team und beschreibt diesmal die von Rosa Loy (Gefährtin von Neo Rauch) inspirierten „Gießener Malschüler“, die an einem Kurs im Rahmen ihrer Ausstellung teilnahmen.
Die komplett in „Selbstausbeutung“ ohne Fremdwerbung in 1000 Auflage (Format DIN A4) produzierte Stadtillustrierte erweist sich auch in seinem weiteren Themenkreis als echtes „Lustobjekt“ der Initiatoren, denen man den Spaß an der Sache in den Beiträgen, die „so“ noch nicht veröffentlich wurden,  anmerkt. Wohl deshalb finden sie stets auch bereitwillige Mitmacher, zu denen zuletz auch ein HR Giger zählte…
In der Demoversion der aktuellen Publikation kann hier geblättert werden: http://gi-mix.de/bogart9/catalog.htm An das Onlinearchiv gelangst Du so: gi-mix.de/bogart08 (Ändern der letzten Ziffer auf 7, 6, 5, 4, 3,  2, 1 führt entsprechend zurück).
Das mit Euro 3,90 ausgepreiste Magazin kann zum Kunstmelder-Sonderpreis von 2,50 incl. Versand unter r.mr@gmx.de geordert werden. Über neue Facebook-Freunde freuen sich die BOGARTisten ganz besonders (einfach googeln unter Reinhard Müller-Rode + Facebook)!