25 Years Baumgärtel @ 30works

Thomas Baumgärtel ist Deutschlands bekanntester Sprayer. Mit seiner gesprühten Banane schuf er das weltweit gültige Logo für außergewöhnliche Kunstorte. In der Kölner Galerie 30works feiert er jetzt mit einer Werkschau den 25-jährigen Geburtstag seiner Spraybanane. Am 10. Dezember 2011 eröffnet die Ausstellung um 20 Uhr mit einer Vernissage. Die Retrospektive zeigt Highlights aus verschiedenen Phasen seines vielfältigen Oeuvres, von Frühwerken über den Bananenpointillismus bis hin zu aktuellen Arbeiten.
Einen „Kunstrebell, einen Robin Hood des Zeitgeistes“ hat man ihn genannt: den Wahlkölner Thomas Baumgärtel. Mit seinen Aktionen kämpft er seit nunmehr einem Vierteljahrhundert für die Freiheit der Kunst und gegen kommerzialisierte und elitäre Strukturen.

„Adelsprädikat“ für Kunstorte auf der ganzen Welt
Wo auch immer man hinkommt, seine Spraybanane ist schon da. Knallgelb, krumm und irgendwie frech. Wo sie drauf ist, ist Kunst drin. Rund um den Globus markiert sie sehenswerte Kunstorte, verbindet sie zu einem weltumspannenden Netzwerk von inzwischen rund 5.000 Stationen. Von New York bis Moskau, von Hamburg bis Paris. Was anfangs eine illegale Aktion war, geschieht heute auf Anfrage von Galerien und staatlichen Museen. Längst ist die Spraybanane eine Art „Adelsprädikat“ für das, was in der Kunst Rang und Namen hat.

Querschnitt durch Thomas Baumgärtels vielschichtiges Oeuvre
In Köln nahm ihr Siegeszug seinen Anfang: Vor 25 Jahren, am 10. Dezember 1986, sprühte Thomas Baumgärtel sie gleich an mehrere Orte der Domstadt. Den Geburtstag seines inoffiziellen Logos für legale und illegale Kunst im öffentlichen Raum feiert Deutschlands bekanntester Sprayer jetzt mit einer Werkschau in der Kölner Galerie 30works. Die Retrospektive zeigt Highlights aus verschiedenen Phasen seines vielfältigen Oeuvres, von Frühwerken über den Bananenpointillismus bis hin zu aktuellen Arbeiten.

Subversiv und kritisch
Kennzeichnend für alle Schaffensperioden ist Thomas Baumgärtels kritisch-subversiver Impetus – egal ob er sich mit den Auswüchsen des Kulturbetriebs, mit unserer Konsum- und Mediengesellschaft oder mit Finanzskandalen, Korruption und Geldgier beschäftigt. Wie ein roter oder besser wie ein „gelber“ Faden zieht sich auch die Auseinandersetzung mit der Institution Kirche durch seine Arbeit. Kein Wunder, wurde doch die ans Kreuz genagelte Banane 1983 zur Initialzündung seiner künstlerischen Karriere.

Bananenmetamorphosen
In der Nutzung der Banane als Vehikel und Medium seiner Kunst bewies Thomas Baumgärtel in den zurückliegenden 25 Jahren eine schier überbordende Phantasie und Kreativität: Mal wurde sie zum Bundesadler der „Bananenrepublik“ Deutschland, dann wieder zur Friedenstaube, zum Paragrafenzeichen oder zum Hakenkreuz, ein anderes Mal zu den Türmen Seite 3 von 4 des Kölner Doms. Sie zierte eine Wiener Trambahn und ersetzte den Apfel in der Baumgärtelschen Version von Lucas Cranachs d. Ä. Vertreibung aus dem Paradies.

Fotorealismus ganz ohne Banane
Keine Frage: Viel, allerdings eben nicht alles dreht sich bei Thomas Baumgärtel um die gelbe Frucht. Auf die Banane allein lässt sich sein Werk nicht reduzieren. Dafür stehen gerade seine fotorealistischen Arbeiten aus der „Grauen Phase“ mit den seit 2005 entstandenen Serien „Porträts“, „Menschenmassen“, „Holocaust“, „Landschaften“ oder „Städtebilder“.

25 Years Thomas Baumgärtel @ 30works
Eröffnung: 10.12.2011, 20 Uhr
Ausstellung: 10.12.2011 bis 8.01.2012
Öffnungszeiten: Di – Fr 15-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr
30works Galerie
Antwerpener Str. 42
50672 Köln
0221/5700250