Aus der Innenwelt der Graffiti-Kunst

Rottweil. „Counterparts“ ist der Titel einer Ausstellung im Forum Kunst Rottweil, die am Samstag, 28. Januar, um 19 Uhr eröffnet wird. Die Kuratoren Robert Hak und Martin Schulz zeigen Arbeiten der Maler Hendrik Beikirch und Luciano Calderon und des Fotografen Nils Müller.

Graffiti-Sprüher prägen das Erscheinungsbild von urbanen Räumen, oft ohne dabei ihre Identität zu offenbaren. Warum brechen sie Gesetze, investieren viel Zeit und Energie, und riskieren strafrechtliche Verfolgung? In einem kooperativen Prozess schufen die drei Künstler neue Werke, die sich mit Identität und Persönlichkeit von Graffiti-Sprühern und mit der Rezeption ihres Tuns durch die Öffentlichkeit auseinandersetzen und so einen seltenen Blick in die Innenwelt dieser relativ jungen Kunstform ermöglichen.

Nils Müller, bekannt für seine weltweite Dokumentation von U-Bahn-Graffiti, steuert für die Ausstellung Aufnahmen von drei sehr produktiven deutschen Graffiti-Sprühern bei und enthüllt damit Geheimnisse einer normalerweise verschwiegenen Subkultur. Hendrik Beikirch hat sich in der internationalen Street Art-Szene einen Namen gemacht mit überdimensionalen Porträts von reduzierter Farbigkeit. In seinen Beiträgen zu „Counterparts“ reagiert er auf Müllers Fotos, doch versteckt er die Gesichter der Künstler.  Luciano Calderon schuf für die große Wand des „Forum Kunst“ ein sechs Meter hohes Masken-Gemälde. Die Maske ist mit Schriftzügen in Calderons typischem Graffiti-Stil bedeckt und enthält Elemente der südamerikanischen Typografie, inspiriert durch die Pixação, eine spezielle Form von Graffiti, die im brasilianischen Sao Paulo entstand, und die Tätowierungen der berüchtigten „Mara Salvatrucha“, einem Netzwerk lateinamerikanischer Banden.

Die Ausstellung läuft bis zum 11. März. Das Forum Kunst Rottweil ist Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 17 Uhr, Donnerstag von 17 bis 20 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr geöffnet.