Terry Hoax zu Gast Im EXIL Göttingen

Endlich sie sind wieder da – oder waren sie nie weg? Egal, sie rocken das Göttinger Exil. Terry Hoax – die Band aus den 90ern kommen in die Leinstadt und zeigen am 26.04., dass sie nichts verlernt haben.

Die Geschichte von TERRY HOAX lässt sich schnell erzählen: Fünf Jungs aus Hannover, alle um die zwanzig, gründen eine Band, geben erfolgreiche Konzerte in kleinen versifften Clubs, leisten sich ihr erstes Demotape, werden von einer Plattenfirma entdeckt, MTV London (VIVA gab es noch nicht) spielt ihr erstes Video rauf und runter und die nächsten Jahre verbringen sie im klassischen Rhythmus Album-Tour-Studio-Album-Tour-Studio-Album-Tour-Schluß.
1988 gegründet, lösen sie sich 1996 nach fünf Alben und 600 Konzerten wegen ‚musikalischer Differenzen‘ auf – eine hoffnungsvolle junge Band war einmal. Sänger Oliver Perau nennt sich anschließend Juliano Rossi, wird Jazzsänger und verabschiedet sich vom Mainstream, Gitarrist Marcus Wichary sattelt komplett um und wird Zahnarzt, sein Bruder Martin gründet die Band Shimmer und wird nebenbei Buchhaltungschef eines Millionenunternehmens, Bassist Armin Treptau taucht in Berlin unter und nie wieder auf und Schlagzeuger Hachy M. Hachmeister legt enttäuscht die Stöcke nieder.
Zwölf Jahre später dann eine Überraschung: Bei der Vorankündigung der Abschiedstournee von Fury in the Slaughterhouse steht der Name TERRY HOAX mit auf den Plakaten, die Begeisterung auf allen Seiten ist groß. Das Publikum jubelt und TERRY HOAX finden wieder Gefallen aneinander. Kurz danach kommt das erste neue Album mit dem selbstironischen Titel ‚Band of the day‘. TERRY HOAX hatten das Musikgeschäft sozusagen durch die kalte Küche wieder betreten. Die neuen Songs hatten soviel Drive und Punkappeal, daß manchem nostalgischen Fan schwindelig wurde…
Bei ihrem insgesamt achten Album (die 1999 erschienene Best-of-Sammlung mitgerechnet) mit dem programmatischen Titel ‚Serious‘ haben TERRY HOAX Dampf abgelassen und ihr Spektrum erweitert. Ähnlich wie auf ihrem Bestseller ‚Freedom Circus‘ von 1992 zeigen sich ihre Songs nun vielseitiger, tiefer und popiger. Die große Geste, die auf dem Vorgänger einer ungewohnten Härte weichen musste, wird nun von Streichern, Bläsern, Baritongitarre, Flügel, Sax, Perkussion und Mandoline auf Großleinwand gezogen. TERRY HOAX haben sich Zeit genommen und das hört man den Songs auch an. Peraus markanter Gesang findet in den offenen und tragenden Arrangements viel Platz und weiß diesen eindringlich zu nutzen. Kein Song scheint nur als Albumsong gedacht, bei jedem einzelnen hatten Produzent und Band offensichtlich nur ein Ziel:
Ein großes kleines Album einer jungen alten Band zu machen!

Oliver Perau – Gesang
Marcus Wichary – Gitarren, Gesang
Hachy M. Hachmeister – Drums
Jenzzz Gallmeyer – Gitarren, Gesang
Kai Schiering – Bass, Gesang

http://www.terryhoax.de