Rasterfahndung im Kunstmuseum Stuttgart

Das Raster in der Kunst nach 1945
5. Mai – 7. Oktober 2012

Das Raster bestimmt wie keine andere Struktur die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Für die Avantgarde, für Piet Mondrian oder die Bauhaus-Bewegung, ist dies weitreichend erforscht; die Bedeutung des Rasters in der Kunst seit 1945 hingegen wurde noch nie im Überblick dargestellt. Die Sonderausstellung im Kunstmuseum Stuttgart schließt diese Lücke und beschreibt die Bedeutung des Rasters in der Kunst am Beispiel von rund 50 Künstlern. Dabei lassen sich zwei große Stränge herausarbeiten: In der konkret-konstruktiven Kunst wird das Raster wegen der formalen Strenge und als Wiederholungsprinzip geschätzt. Parallel dazu begreifen Künstler wie Peter Roehr oder Thomas Bayrle das Raster als gesellschaftliches Muster, das der Medienwelt, der Architektur, dem Städtebau oder der Datenerfassung zugrunde liegt. Viele junge Künstler unterscheiden heute nicht mehr zwischen diesen beiden Ansätzen, sondern sind vom immensen gestalterischen Potenzial der Rasterstruktur fasziniert.