Schinkel Pavillon zeigt: Karla Black

Für ihre Ausstellung verwandelt die schottische Künstlerin Karla Black (*1972) den rundum verglasten Schinkel Pavillon in eine begehbare Vitrine. Aus einfachem Zellophan, Gipspuder, Nagellack und Farbpigment fabriziert Black ein kostbar wirkendes Gebilde, das sich ausgehend vom zentralen Lüster in den Ausstellungsraum erstreckt. Die Besucher können die im Licht funkelnde Skulptur zwar umgehen, dürfen sie jedoch nur aus der Distanz betrachten.

Dem Werk von Karla Black liegt die Beschäftigung mit der auf vor-sprachlicher Ebene ansetzenden Psychoanalyse zugrunde. Jede Arbeit ist eine unmittelbare Reaktion auf die Ausstellungssituation – wobei die Begegnung mit dem Kunstwerk als sinnliche Erfahrung eine zentrale Rolle einnimmt. Formt Black ihre Skulpturen, dann antizipiert sie bereits den zukünftigen Betrachter. Aus dem Zusammenspiel von unreflektierter Geste und präziser Komposition gehen unbestimmte Formen hervor, die nichts bezeichnen oder symbolisieren wollen, sondern dem Betrachter in reiner Materialität entgegentreten. Dieser muss sich damit begnügen, den physischen Akt der Schöpfung abstrakt nachzuvollziehen, denn er findet sich in einem Raum mit Objekten wieder, die er trotz ihrer verführerischen Haptik nicht greifen kann.

Wie schon frühere Skulpturen ist auch die für den Schinkel Pavillon geschaffene Arbeit von einer fragilen Körperlichkeit und existiert in genau dieser Form nur für die Dauer der Ausstellung. Im Vorraum präsentiert Black zudem neue Papierarbeiten.

Schinkel Pavillon e. V.
Oberwallstrasse 1, 10117 Berlin
Tel: +49 30 20886444
Öffnungszeiten: Do.- So. 12-18 Uhr und nach Vereinbarung
www.schinkelpavillon.de