Ausstellung junger japanischer Künstler im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien

Mit THE ECHO – ALTHOUGH I AM STILL ALIVE eröffnet am 10. August im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien eine Ausstellung, die sich der Präsentation junger japanischer Künstler widmet und das gegenwärtig vorherrschende Bild von zeitgenössischer japanischer Kunst aktualisiert. Sie kann als Statement einer neuen Künstlergeneration gelesen werden. Zu sehen sind Arbeiten von Futo Akiyoshi, Satoru Aoyama, Ichiro Isobe,Taro Izumi, Kounosuke Kawakami, Keiko Kimoto, Kengo Kito, Kentaro Kobuke, Meiro Koizumi, Sako Kojima, Takeshi Makishima, Toshihiko Mitsuya, Nobuhiko Murayama, Kouichi Tabata, Kei Takemura, Takahiro Ueda und Shingo Yoshida. Gemeinsam ist diesen 17 jungen Künstlern – von denen 10 in Berlin leben – dass sie einer Zeit entstammen, die zwischen kulturellem Erbe und vorherrschendem Zeitgeist changiert: Das eigene Sein und dessen Verortung im Jetzt; globale und lokale Einflüsse – all das spiegelt sich in ihren Arbeiten auf unterschiedliche Art und Weise wider. In ihrem Schaffen brechen sie daher auch mit ihren Vorgängern der superflat-Generation und sind in einer visuellen Sprache angekommen, die sich von popkulturellen Klischees emanzipiert hat.

ALTHOUGH I AM STILL ALIVE bündelt inhaltlichen wie methodischen Facettenreichtum: Die klassischen Malereien von Takeshi Makishima, der an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte und von der Galerie Luis Campaña vertreten wird, schwirren im Bereich des Phantastischen, des Surrealen und Märchenhaften. In ihrer Motivik lassen sich die Zeichen und Chiffren nicht als typisch europäisch oder japanisch decodieren, sondern fügen sich zu rätselhaften Hybriden. Anders beim Werk von Kentaro Kobuke, der in Tokyo und Chelsea studierte und bereits für COMME des GARÇONS illustrierte: Seine Zeichnungen entstehen auf Kirschholz und verbinden Narrative der Gegenwart mit traditionellen japanischen Mythen. Kei Takemura, die in Berlin lebt und an der hiesigen Universität der Künste studierte, verwebt in ihren raumfüllenden und raumgebenden Installationen unzählige Geschichten: Fundstücke werden zu Referenten ihr unbekannter Existenzen und stehen neben Objekten, die als Spuren von Weltgeschichte gelesen werden können. Ihre Arbeit macht unsichtbares Sein wieder sichtbar, trägt vergangene Zeiten in die Gegenwart. Und um einen weiteren Einblick zu geben: Takahiro Ueda zapft Wettersatteliten um meteorologische Daten an und lässt diese in seine Installationen und Performances einfließen. Informationen über die Beschaffenheit der Atmosphäre, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, werden so in Greifbares transformiert und in ihrer Prozesshaftigkeit dargestellt.

Als eine von den Künstlern selbst organisierte Reihe trägt THE ECHO zu einem erweiterten Verständnis zeitgenössischer japanischer Kunst und einem aktiven Kulturaustausch bei. Die erste Ausstellung unter dem Titel THE ECHO – AN EXHIBITION OF YOUNG JAPANESE ARTITS fand 2008 in Yokohama statt. Für die kommenden Jahre sind weitere internationale Ausstellungen geplant.

Perfomance + Talk JAPAN NEXT. Künstler aus Japan – Im Fluss der zeitgenössischen Kunst. (Studio 1):
Im Rahmen von ALTHOUGH I AM STILL ALIVE findet am 23. August um 18:30 Uhr ein vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin organisierter Talk statt: JAPAN NEXT. Künstler aus Japan – Im Fluss der zeitgenössischen Kunst. Die Ausstellung wird vor dem Hintergrund ihrer historischen Herkunft und im Kontext gegenwärtiger gesellschaftlicher Wirklichkeit diskutiert. Die Podiumsgäste sind: Dr. Katja Blomberg (Leiterin Haus am Waldsee), Dr. Alexander Hofmann (Kurator Museum für Asiatische Kunst), Kiyohide Hayashi (Kurator THE ECHO), Kei Takemura, Nobuhiko Murayama und Kengo Kito (Künstler THE ECHO). Moderiert wird die Diskussion von N.N. Zum Auftakt des Abends gibt es um 18 Uhr im Studio 1 eine Performance des Künstlers Takehito Koganezawa. Mit Luftlinien hatte dieser im Frühjahr 2012 im Haus am Waldsee seine erste institutionelle Übersichtsausstellung in Deutschland.

Ausstellung THE ECHO – ALTHOUGH I AM STILL ALIVE
Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, Projektraum
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
Öffnungszeiten: täglich 12-19 Uhr
Eintritt frei