Reinhard Stammer – Kunst und das eigene Nichtsein

„Weil ich nicht anders kann“ Reinhard Stammer – Kunst und das eigene Nichtsein

Die Galeristinnen der EAGL gallery freuen sich ganz besonders, den außergewöhnlichen Menschen und Künstler Reinhard Stammer vorzustellen und seine Werke in einer exklusiven Einzelausstellung vom 02.10. bis 02.11.2012 zu präsentieren. Stammer ist mittlerweile nicht nur national, sondern auch international auf Ausstellungen gefragt. Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Künstler, indem er als erster Maler überhaupt den Sprung in die Kunstvermarktung via iPad App wagte. Derzeit sind mehr als 100 seiner Werke weltweit erfolgreich über den Anbieter Apple etabliert. All das macht Stammer auch für Kunstsammler immer interessanter.

Reinhard Stammer wurde am am 25.Juli 1952 in Glücksburg an der Ostsee geboren. Der Künstler blickt auf einen bewegten Lebensweg und einen facettenreichen Schaffensprozess zurück. Bereits als 17jähriger Autodidakt bestritt er seine erste Ausstellung gemeinsam mit dem Maler Siegbert Amler. Als Jugendlicher war Reinhard Stammer inspiriert von der 68er Bewegung; er wuchs zu einem kritischen Geist heran, der sich engagierte und oft aneckte. Rebellisch und orientierungslos wählte er den Weg in Drogen und Exzess, erkrankte schwer und fand trotz Krankheit zurück ins Leben – und zurück zur Kunst. Da ihm das Abitur und damit ein Kunststudium verwehrt wurde, nahm Stammer diverse Jobangebote an, wurde schließlich Offsetdrucker und gründete 1983 mit 33 Jahren den P.A.R.C. Verlag, den er 2006 wegen erneuter schwerer Krankheit verlustreich verkaufen musste. Seit seinem 40. Lebensjahr beschäftigte sich Reinhard Stammer zudem intensiv mit Buddhismus und der Philosophie des Advaita. So lernte er Ramesh Balsekar kennen und schätzen, den 2009 verstorbenen früheren Präsidenten der Bank of India und späteren religiösen Mystiker. Während seiner Besuche bei ihm klärten sich für Reinhard Stammer viele Fragen, die ihn schon seit seiner Kindheit fesselten. Der Künstler konnte aus der Lehre des Advaita Parallelen zu seinem eigenen Lebensweg ziehen und wurde sich seines eigenen „Nichtseins“ bewusst.

Bedingungslose Akzeptanz und die Annahme des Nichtseins scheinen sich nicht nur in seinem wechselhaften Leben, sondern auch in Stammers Bildern auszudrücken. Der Schriftsteller Rüdiger Heins vergleicht die Bilderwelten des Künstlers mit „fantastischen Reisen“ und ihn selbst als einen „Entdecker mit Farben und Formen“.

In verschiedenen Phasen seines Schaffens wechselte Stammer, zuerst zerrissen und fragend, dann reflektiert, zwischen bildender Kunst und Poesie. Beide Gaben waren ebenso stets Teil von ihm wie die Stärke, Motive und Situationen im künstlerischen Wirken Revue passieren zu lassen. Erst mit 55 Jahren begann der Künstler, seine Bilder erneut auszustellen und seine Gedichte zu veröffentlichen. Obwohl ihn konservative Künstlerverbände selbstverständlich ablehnten, konnte Reinhard Stammer bereits in kurzer Zeit seine Werke etwa in Spanien, Hamburg, Saarbrücken oder Berlin mit großem Erfolg präsentieren.

2011 war er Gründungsmitglied von „Artquadrat“ Hamburg. Und auch die Presse hat ihn wiederentdeckt. Im September 2012 ist er beispielsweise mit einer umfangreichen Serie von Bildern und Texten in der eXperimenta vertreten (www.experimenta.de). Weitere Einblicke in das Leben, Werk und Schaffen des Künstlers finden sich unter www.reinhardstammer. de.

Einen unmittelbaren Eindruck vermittelt der Besuch seiner Ausstellung vom 02.10. bis 02.11.2012 in der EAGL gallery, Kantstr. 87a, 10627 Berlin-Charlottenburg. Gezeigt wird ein Querschnitt aus der Serie „Pinturas nuevas“. Die Vernissage am 02.Oktober 2012 um 19 Uhr unterstützt der Songwriter Tobias Thiele ab 21 Uhr mit seinen fröhlich-kontroversen Liedbeiträgen. Thiele präsentiert Auszüge aus seinem Programm „Zwischen Deutschland und Kuba“.

www.youtube.com/watch?v=G0a6ePnXp10&feature=relmfu

Am 19.Oktober 2012 um 20 Uhr schafft der chilenische Liedermacher und klassische Gitarrist Nicolás Miquea eine stimmungsvolle musikalische Untermalung der gezeigten Werke. Miquea verbindet hochklassige Musik mit feiner Poesie. Der Musiker studierte Klassische Gitarre in NewYork, Weimar und Rostock. Mit „Transiente“ gewann er 1999 den Fondart-Preis der chilenischen Regierung. Derzeit bereitet er sich auf sein Konzertexamen an der Hochschule für Musik und Theater Rostock vor. Daneben schreibt er Texte und tritt regelmäßig in Konzerten auf. www.youtube.com/watch?v=NZL1wAPYTYs Die Finissage am 02. November 2012 um 19 Uhr bietet einen weiteren Höhepunkt der Ausstellung. In einem Live-Painting wird Reinhard Stammer malerische Skizzen entstehen lassen. Diese spannende Aktionskunst begleitet die japanische Pianistin Rieko Okuda mit Experimental Music.