Time OFF – Gallery Weekend 2013

Während des Gallery Weekends möchte das Stattbad einladen abseits des Exklusivem und Prätentiösen Zusammenzukommen und die Besucher in seine Arbeit und sein Spiel integrieren. Mit Öffnungszeiten, die über die der offiziellen Seite hinaus gehen, möchten wir starre Strukturen aufbrechen und zum Time OFF, die Türen für Freunde und Freundesfreunde zum gemeinsamen Feiern und Protestieren sowie Entdecken öffnen.

Neben einem hohen qualitativen und representativen Anspruch definieren durchlässige Strukturen die Kulturarbeit des Stattbades. „Feel invited“, ist der Slogan, den man auf der Website des Gallery Weekends findet kann. Im Stattbad leben wir diese Freiheit weiterhin. Und wem die Luft nach oben zu dünn wird, atmet bei uns Inhalte in schwereloser Atmosphäre.

Fr. 26. April, Love Me After Midnight #4

Den Übergang vom Ausstellungsbesuch zur Ausgelassenheit macht am Freitag, 26. April, ab 21 Uhr die Stattbar und lädt zum Sonderangebot im Wedding ein. Ganz im Sinne des Love Me After Midnight, das hiermit in die vierte Edition geht, bilden die Veranstalter, bekannte Gesichter und Mitgestalter des Stattbades und der Skaterszene – das Skater Kollektiv 3ECK, das Baubüro Planen und Sägen und die Welle im Wedding Gruppe – eine Kultur ab, die im weitesten Sinne vor allem eines ist: Open Minded.Deshalb sind die Parties immer ein Sammelsurium verschiedener Stile von Musik-, Kunst- und Feierabendkultur. Es geht um Anachronismus, Aktionismus und Anarchismus ohne Dogma.

Auch diesmal werden sich DJs um möglichst nicht vorhersagbare Klänge kümmern. Artisten die Wände des Foyers nicht verschönern, sondern Bilder des würdevollen Scheiterns und Alterns zeigen, die Menschen werden Karaoke machen, weil es Spaß macht und sie werden tanzen.

Sa. 27. April, Curatorial Tours & Artist Talks, Specials
Dissidents, Group Show

Im Sinne des puren Aktionismus soll es auch am Samstag, den 27. April, weiter gehen. Zunächst einmal werden die regulären Öffnungszeiten der Ausstellungen nach hinten ausgeweitet und im Austausch mit Künstlern und Kuratoren werden weitere Perspektiven auf die Ausstellungen eröffnet.

Das Konzept der Open Mindedness überträgt sich vom Vorabend auch auf die Werke von Clemens Behr und Nural Moser im Großen Pool. Clemens Behr schöpft vom Nichts; er dekonstruiert um zu rekonstruieren. Aktionistisch setzt sich die Skulptur über das in das Schwimmbad gepumpte Wasser, in Bewegung. Die Ausstellung Rauminstallation mit Pumpe (und andere Sachen) zeigt zudem auch zahlreiche andere Arbeiten von Clemens Behr: Malereien, Stoffdrucke und Objekte sowie einige architektonische Collage-Arbeiten in Druckformat von Nural Moser. Nural Mosers minimalistische, 3- und 2-dimensionale Werke reflektieren Behrs Installationen. Auch sie improvisiert und integriert Farben, Formen und Materialien ihrer Umgebung. Diese multidimensionale Neuzusammensetzung in einem Schwimmbecken erfasst die Essenz, dessen Struktur und zelebriert die Eigenschaft von Wasser in einem architektonischen Umfeld.

Der Frage, wie sich gegenwärtige Kunstproduktionen – hier: Plastiken, Malereien und Monotypien der drei jungen Künstlerinnen – in unkonventionellen Räumen verhalten und wie sie Kraft ihrer eigenen Wertigkeit singulär für sich stehen, wird auch in der von A.N.C. Projects präsentierten Gruppenausstellung „We have decided yesterdates to change the day“ mit Charlotte Dualé, Anne Kollwitz und Elena Tamburini, kuratiert von Anne Naundorf, aufgegriffen. Mit der Wahl des Ausstellungsortes werden typische Sehgewohnheiten des Betrachters hinterfragt

Ab 20 Uhr wird auch das Foyer des Stattbades wieder kunstvoll mit Projektionen von Ira Mowen auf die Welle aufspringen, die sich über die skulpturale Installation im großen Pool mechanisch fortsetzt und in Wellen des Protests und Widerstands in der Dissidents, Group Show kanalisiert wird.

In Anerkennung der sozialen und politischen Unruhe unserer Zeit lädt Open Walls zur Ausstellung Dissidents ein. Ein Dissident stellt das Establishment aktiv in Frage. Über das Okkupieren des Stadtraumes als Spielraum rufen die Künstler repräsentativ beiderseits zu sozialem und politischen Widerstand auf, was sie zu idealen Pionieren auf dem Weg zu regimekritischen Aktionismus macht.

Wir freuen uns, dass sich die Wogen an diesem Abend auch in der Stattbar nicht glätten und präsentieren dort das Werk The Philly-Mumbai-Act von David Johannson, der seinerseits auf der Suche nach Wahrheit und auf dem Weg zu einem erhöhten Bewusstsein die Position des Gegenspielers einnimmt, um das Establishment aktiv in Frage zu stellen. Seine Inkjet-Prints rufen großformatig am Beispiel eines gewalttätigen politischen Missstandes zur erhöhten regimekritischen Aufmerksamkeit auf.

Ab 24 Uhr lädt das Label Get Physical dann zum gemeinsamen Feiern auf drei Floors ein, während die Ausstellungsräumen zu einem Besuch bis 02h für jeden offen bleiben. Während der gesamten Zeit lädt die Stattbar und die Bar der Gallerie zum Verweilen mit entsprechenden Erfrischungen ein. Für die schwerelose Atmosphäre in der Stattbar sorgt darüber hinaus die Raumschiffartige Gestaltung der Fassade durch BLINKBLINK.

David Johannson: The Philly-Mumbai-Act

Programm Übersicht:

verlängerte Öffnungszeiten der Ausstellungen:

Freitag, 26. April, 15-21 Uhr & Samstag, 27. April, 15-02 Uhr