Schinkel Pavillon zeigt Oscar Tuazon – Imitation of life / Spasms of misuse / Beyond the realm of speech

Ein System aus türgroßen Stahlrahmen, die Anordnung dreier Module: ein gleichseitiges Dreieck, ein Quadrat und ein Parallelogramm. Oscar Tuazon entwickelt für den Schinkel Pavillon eine neue, raumgreifende Skulptur. Hierzu verbaut er die Module zu verschiedene Raum und Durchgangsituationen – um die Struktur anschließend um unterschiedlichste Elemente zu ergänzen. In ihrer Komplexität und Größe widersetzt sich die Stahlskulptur dem transparenten Glaspavillon.

Die skulpturalen Arbeiten von Oscar Tuazon bewegen sich zwischen Architektur und Performance. Der Künstler bedient sich der Architektursprache dabei in abstrakter Weise, um Probleme zu konstruieren anstatt sie zu lösen: Seine ortspezifischen Eingriffe fügen sich nicht in die Umgebung, sondern verwandeln diese. Tuazon geht an die Grenzen der Ausstellungssituation, bezieht die mögliche Katastrophe ein. Er besetzt den Raum mit wenig mehr als einer rudimentären Skizze, um ihn auseinanderzunehmen. Das Ergebnis trägt die Spuren harter körperlicher Arbeit und zeugt von der Faszination des Künstlers sowohl für die entropischen Eigenschaften natürlicher Materialien als auch anarchistische Umgang mit Werkstoffen, der an die Tradition der DIY-Architektur erinnert. In formaler Hinsicht mögen Tuazons Installationen lose an die Entwicklung der Minimal- und Land Art eines Sol LeWitt oder Michael Heizer anknüpfen, seine Arbeiten sind jedoch roh und anti-monumental. Oft lassen sich seine Kunstwerke in irgendeiner Weise nutzen – ohne dabei funktional zu sein.

Oscar Tuazon (*1975, Tacoma/Washington) lebt und arbeitet in LA. Von 2007 bis 2012 lebte er in Paris, wo er die von einem Künstlerkollektiv geführte Galerie castillo/corrales mitbegründete. Er studierte an der Cooper Union School of Art und absolvierte das Whitney Independent Study Program in New York. 2012 nahm er an der Whitney Biennale teil, 2011 gestaltete er einen von vier Para-Pavillons an der 54. Biennale von Venedig und 2010 stellte er u.a. aus am Institute of Contemporary Art in London sowie in der Kunsthalle Bern.

Schinkel Pavillon dankt der Galerie Eva Presenhuber für die Unterstützung.

Schinkel Pavillon e.V.
Oberwallstrasse 1
10117 Berlin
Do. – So. 12-18 Uhr
www.schinkelpavillon.de