Junggeun OH zwischenräume | interspaces

130512_gsJunggeun Ohs Werk dreht sich um das ungewöhnliche Gleichgewicht zwischen zwei Oberflächen.

Mehrere Jahre hat Junggeun Oh jetzt in Berlin verbracht, in verschiedenen Bezirken war er unterwegs und studierte die Silhouette von Gebäuden gegen den Himmel, schuf so eine ganz individuelle Kartographie dieser Stadt. Er nahm Formen auf, die er zwar in der urbanen Realität vorfand, die er dann aber in endlosen Variationen in abstrakteste Gebilde von kontrastierenden Flächen verwandelte. Er löst beim Betrachter Verwunderung über die unübliche Balance zwischen diesen Flächen aus, denn keine überwiegt die andere an visueller Wucht, es gibt keinen Vorder- und Hintergrund, die Wahrnehmung schwingt zwischen Zwei- und Dreidimensionalität.

Oh benutzt kräftige Farben mit tiefem Glanz und ohne Beziehung zum ursprünglichen Motiv. Er favorisiert die Farbe Rot, die er in unzähligen Varianten von einem hellen Rot bis zu einem sehr dunklen, bräunlichen Ton verwendet. Auch Schwarz benutzt er gerne, das er in der Textur wie Kohle oder Lack aussehen lässt. Ein weiterer möglicher Kontrast ist auch der zwischen sehr glatten Oberflächen – entstanden aus zahlreichen Schichten dünn aufgetragener Farbe – und rauen Oberflächen, die aus unzähligen wie mechanisch aufgetragenen kleinen Pinselstrichen gebildet werden.

Die stetige Wiederholung der Gesten und Motive und das Vermeiden eines Pinselstriches mit einem persönlichen Duktus geben seinem Werk eine meditative Seite. Seine Reflektion geht weit über die eines Individuums in den Grenzen von Gesellschaft und Architektur hinaus. Eine strenge mathematische Schönheit zeichnet Junggeun Ohs Werk aus. Hinter all seinen urbanen Himmelslandschaften ist sie grundlegendes Element.

In seinen letzten Werken schneidet er aus seinen Leinwänden Teile aus und füllt diese Ausschnitte mit fragilem bemaltem Karton, ein feiner Spalt trennt beide Materialien. Und der Künstler verlässt den rechteckigen Rahmen und verleiht seinen Bildern ungewöhnliche Konturen.

Ohs Bilder gewinnen so die hermetische Eleganz flacher Skulpturen.

ERÖFFNUNG   Samstag, 18. Mai 2013 um 19 Uhr
Mehr Infos unter: www.galerie-son.com