Schinkel Pavillon zeigt Jeremy Shaw – Variation FQ

130608_egVariation FQ präsentiert Jeremy Shaw’s neueste Arbeit – einen 16mm Film im Stil des Ballettfilms Pas de deux (1968) von Norman McLaren, der den Betrachter mit der verführerischen Kraft der dramatischen und elaborierten Voguing Performance der transsexuelle Tänzerin Leiomy Maldonado konfrontiert. Unterlegt mit einem Soundtrack reizt der Film – Variation FQ (11:05 Min) – durch harte schwarz-weiß Kontraste und mittels des filmischen Step-and-Repeat Effekts die einzigartigen und kathartischen Bewegungen des anmutigen und gleichzeitigen aggressiven Tanzes aus.

Voguing entstand in den ausgehenden 1960er Jahren in der afro- und lateinamerikanischen, homosexuellen Subkultur in New York, findet als Tanzstil findet bis heute jedoch nur wenig Beachtung im Mainstream. Mit Variation FQ liefert Jeremy Shaw eine Studie über eben die im Voguing amalgamierten und sich überschneidenden Entwicklung von Subkultur, Gender, Tanz und Spezialeffekten.

Im Rahmen der Ausstellung findet ein von Clara Meister und Jeremy Shaw organisiertes Abendprogramm mit Filmvorführungen und einem Gespräch mit Marc Glöde statt, welches verschiedene visuelle und kulturelle Verweise aus Shaw’s Film aufgreift. Die Veranstaltungen laden dazu ein, weitere Aspekte der Ausstellung durch Shaw’s Referenzen zu entdecken und zu erörtern. Ergänzende Informationen sowie die jeweiligen Daten finden sich auf der Website des Schinkel Pavillons.

Der kanadische Künstler Jeremy Shaw (*1977 in Vancouver/Kanada) lebt in Berlin. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich häufig mit veränderten Bewusstseinszuständen, sowie den kulturellen und wissenschaftlichen Versuchen, diese transzendenten Erfahrungen zu beschreiben. Im Vordergrund steht dabei das Dokumentieren von physischen und rituellen Akten in der Subkultur, wobei er Übersetzungsvorschläge für diese scheinbar unerklärbaren Erfahrungen bietet. Shaw kombiniert Strategien der Konzeptkunst mit Dokumentarfilmen, Musikvideos und wissenschaftlichen Forschungen, um sich verschiedener Themen anzunehmen: vom Gebrauch psychedelischer Drogen, dem Zustand der Halluzination oder Hypnose bis hin Aspekten der Subkulturen wie Straight-Edge Hardcore, time-travel und der Rave-Kultur. Er arbeitet mit verschiedenen Medien, von Film und Videoinstallationen bis hin zu Performances und Installationen.

Seine Arbeit wurde unter anderem in Einzelausstellungen am MoMA PS1, USA (2011) und im MOCCA, CA (2006) präsentiert. 2012 wurde er in Gruppenausstellungen am Stedelijk Museum, Palais de Tokyo und den KW Institute for Contemporary Art, Berlin gezeigt. Von 1999 bis 2009 war er Teil des Elektro-Musikprojektes Circlesquare.

Mit freundlicher Unterstützung der kanadischen Botschaft, Kvadrat und Absolut.

23.06. – 21.07.2013
Eröffnung: 22.06.2013, 19 Uhr
Finissage und Sommerparty: 21.07.2013
Begleitendes Programm siehe www.schinkelpavillon.de