Junge Brasilianische Kunst auf der internationalen Kunstmesse B.AGL ART afFAIRs in Berlin

imAGE==Brasilien startet durch … als aufstrebende Wirtschaftsmacht und zukünftiger Magnet der Sportwelt rückt es in den letzten Jahren nicht nur mit seinen modernen Architekturkonzepten, sondern vermehrt auch durch seine junge Kunst in den Mittelpunkt internationalen Interesses. Brasilien hat vor allem in seinen beiden großen Metropolen Rio de Janeiro und Sao Paulo eine kleine, spannende, aber eher noch unbekannte Kunstszene mit vielen originellen KünstlerInnen – interessanterweise sind sehr viele Künstlerinnen vertreten. Alle ihre Arbeiten sind oft ungewohnt, weil sie auf den ersten Blick nicht den vorherrschend westlich geprägten Kunstkonzepten entsprechen. Erst in der unvoreingenommenen Annäherung erschließt sich ihre ganz eigenständige Ausdrucksweise. Dann eröffnet sich ihre lebendige und oft konkrete Bildsprache, die nicht so sehr verfeinert oder formalisiert, sondern vielfach von zeitgenössischen Themen geprägt ist und bisweilen eine comicartige Form des Ausdrucks entwickelt. Bei aller Farbigkeit ist diese Kunst aber auch nicht vordergründig bunt, sondern sehr vital und inspirierend. Kulturelle Wurzeln und moderne Kreativität verdichten sich zu einem Trend, der im internationalen Kontext immer mehr Sammler anzieht.

Wie speziell jüngere brasilianische Künstler Position beziehen, ist auf der internationalen Kunst-Trendmesse B.AGL ART afFAIRs im
September 2013 im Postbahnhof in Berlin zu sehen.

Exemplarisch für die zeitgenössische brasilianische Kunst seien einige teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen kurz beschrieben:

Mit Liria Varne, die die Gruppe zusammengebracht und organisiert hat und die kürzlich auch ausgewählt wurde, auf der
1st Salon Autumn Latin America auszustellen, kommt eine Vertreterin eines engagierten Stils nach Europa, die künstlerisch-skeptische
Fragen stellt zu aktuellen brasilianischen Themen, wie dem Leben im „urban jungle“ Sao Paulos.

Natália Lima geht in ihren geometrisch-verspielten Formen einen anderen Weg, das Wechselspiel des Lebens ästhetisch zu reflektieren:
verwirrende op- und pop-art-Muster ziehen das Auge in den Bann, zum Teil in die 3. Dimension erweitert.

Paulo Tajes Lindner, der demnächst eine Solo-Ausstellung in Rom bekommt, arbeitet mit Symbolen und Chiffren, die vordergründig
leicht und folkloristisch daherkommen, aber hintergründig den Alltag Brasiliens beschreiben: unter der fröhlichen Oberfläche versteckt
sich dessen Botschaft.

Marilu Trevisan geht mit ihren figurativen Formaten eher in die privaten Sphären der künstlerischen Reflexion, wenn sie zum Beispiel in
der Serie „Relationships“ die Dämonen zwischenmenschlichen Seins beschreibt.

Ähnlich persönlich wird Iolanda Cimino in ihren farblich changierenden Porträts mit den starken Strichen, in denen sie versucht die
wechselhaften Erscheinungsformen menschlicher Typen künstlerisch zu formen.

Betti Simão wiederum entzieht sich dem Zugriff allzu gegenständlicher Deutung, indem sie ihre „Memories“ in eher abstrakte
Formvariationen kleidet, in die sich der Betrachter sinnlich vertiefen möchte, um ihnen nachzuspüren.

Mônica Morais hat sich der gegenständlich-farbigen Malerei verschrieben, in der einzelne Themen wie Schutz durchgespielt werden
anhand von trivialen Symbolismen wie ein “Schirm” – die typische poppige Farbigkeit verrät die brasilianischen Ursprünge.

Kazuhe Shizurus Fotografien lassen sich am Besten auf einen Nenner bringen: alle beschäftigen sich mit Farbigkeit und Kleinheit …
Blüten oder Kolibris versucht er zu einem eigenen Auftritt zu verschaffen, wo sie sonst am Wegesrand verblühen würden.

About: B.AGL ART afFAIRs versteht sich als innovative und unabhängige Kunstmesse-Show, die internationale Trends und Themen
der Kunstentwicklung zeigen wird. Sie findet statt in der bekannten Location Postbahnhof (am Ostbahnhof) auf über 3.000 m²
während der Berlin Art Week vom 18.- 22.9.2013 (täglich 14:00 bis 23:00 Uhr, Sonntag, 22.09.2013: 14:00 bis 19:00 Uhr).