FLEUR – ein neuer Roman von Benito Wogatzki

Der bekannte Erzähler und Fernseh-Autor Benito Wogatzki hat dieser Tage ein ungewöhnliches Buch herausgebracht – ungewöhnlich, weil hier mal völlig anders, nämlich mit schnoddrigem Lakonismus über die Liebe in den Zeiten… des deutschen Umbruchs erzählt wird. FLEUR heißt das neue Werk und eben diese behauptet „Ich habe keine Angst. Alle Zärtlichkeiten sind mir bekannt“.
Gewiss doch, Wogatzki hat schon in seinen Fernsehfilmen und Serien und längst auch in seinen Romanen wie „Romanze mit Amelie“ oder „Schwalbenjagd“ immer wieder Frauen eigenwillig auf Männer zugehen lassen. Das alles kann vergessen, wer jetzt Fleur liest.
Das Mädchen ist unersättlich. Männer von Format sind ihre Leidenschaft. Stars und Diplomaten, Professoren und Maler, Geistliche und Maschinenbauer. Aber nicht, um mit ihrer Hilfe Karriere zu machen. Im Roman lesen wir den Satz:
„Fleur erklärte einem Bankchef, was eine Bank ist – und einem sterbenden Jugendforscher, wie man stirbt. Aber sie war auf diese Männer nicht angewiesen.“
Vielleicht auf Julius – an den sie immer wieder denkt; früher Journalist, heute Makler. Er hielt dieser Frau, die er immer noch liebt, nicht stand, ergriff die Flucht vor ihrem wilden Leben – versuchte es mit drei anderen Frauen (Mieke! – Paloma! – Muriel!). Aber sie werden, davon profitiert der Roman erheblich, nur mit Fleur verglichen und daher in ihren sinnlichen Ausmaßen betörend sorgfältig dargestellt.
Und Fleur sucht weiter nach dem eigentlichen „Format“, schickt den feigen Tierarzt nach Hause, spielt mit der Wollust eines führenden Pädagogen, treibt die Erzählfreude des Autors also in die Höhe. Grotesk die starke Liebesaffäre mit dem Forscher Bernauer, der den Koeffizienten entdeckt, mit dem sich der Untergang des Spätkapitalismus berechnen lässt – gerade soll er für die Obrigkeit den Termin bestimmen, da fällt die Mauer… Alles vorbei.
Doch neue Horizonte tun sich auf. Fleur bricht auf nach Europa. Alle Zärtlichkeiten sind ihr bekannt. Wogatzki stellt sich auf diese Weise dem großen Zeitgeschehen – „Liebe ist eine Herrschaftsform“, so steht es im Text – die Schelmin Fleur auf großem Terrain!
In Brüssel steigt Fleur arbeitsam auf zur Kanzleichefin, zu einer schönen Machtfigur mit unendlicher Freude am Leben. Der Franzose Perignon, Chef für Verflechtungen in Europa, ist ihre ganz große Leidenschaft, er wird beinahe verrückt an diesem Weib – um ihre Liebe zu retten, schaltet er sie aus…
Fleur gerät in ihrer Not an den König der Brüsseler Taschendiebe, – und vielleicht wäre sie mit ihm…
Da taucht Julius auf, der liebe kluge Freund – der immer an sie denken musste.
Ein echtes Drama für die Bühne des „Théatre de la Monnaie“ – die der Leser jetzt betreten muss; Leidenschaft der Narren und Schauspieler.
Ein ungewöhnliches Buch.

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Der Roman „Fleur“ erschien im Verlag Shaker Media Aachen im März 2014.
ISBN 978-3-95631-125-3, 402 Seiten, 27,90 EUR, ebenfalls als Paperback erhältlich: ISBN 978-3-95631-139-0, 19,90 EUR
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