Überlebensgroßes Denkmal für Starnberger FDP-Legende Dr. Rudolf Widmann

Künstlerin Beate Pohlus schuf 2,30 Meter hohe Bronze-Statue des liberalen Urgesteins und langjährigen FDP-Landrats aus Starnberg

Überlebensgroßes Denkmal für Starnberger FDP-Legende Dr. Rudolf Widmann

Künstlerin Beate Pohlus schuf Denkmal für den langjährigen Starnberger FDP-Landrat Rudolf Widmann. (Bildquelle: @ Walter Rom)

STARNBERG – Der langjährige FDP-Landrat Dr. Rudolf Widmann ist wieder auferstanden: Überlebensgroß in einer 2,30 Meter hohen Bronze-Statue steht er auf einem Sockel am Rudolf-Widmann-Bogen. Die Starnberger Künstlerin Beate Pohlus hat das 190 Kilogramm schwere Denkmal für das liberale Urgestein geschaffen.

In natura war er 1,73 cm groß, in Starnberg wirkte er größer: Dr. Rudolf Widmann war von 1960 bis 1969 Bürgermeister und von 1969 bis 1996 Landrat. Er verstarb im Jahr 2000. Ein wenig zum Leben erweckt hat ihn die Künstlerin Beate Pohlus, die ihn noch persönlich kannte. Dazu hat sie am selben Tag (17. September) Geburtstag. Der Auftrag, die Figur zu erstellen, kam über den Rechtsanwalt und Vorsitzenden der Wohnungsgenossenschaft Starnberger See, August Mehr, zustande. Er hatte einen Film des Bayerischen Rundfunks über Totenmasken gesehen – eine Spezialfertigkeit der Starnberger Bildhauerin.
Sie hat in 18 Monaten rund 700 Stunden an der Figur gearbeitet. Lebensecht in 1970er-Jahre-Pose mit Zigarre in der rechten Hand und mit Hosenträger bildete sie den Liberalen ab. Nach mehreren Foto-Vorlagen hat sie den Kopf in Ton und den Körper über ein Eisen-Holz-Gerüst mit Draht und Gips modelliert.
Die Negativ-Form wurde aus mehreren Teilen aus Silikon und Gips erstellt. Anschließend hat der österreichische Gießer Walter Rom die Form mit einer drei bis fünf Millimeter starken Wachsschicht ausgekleidet. Diese Wachshaut wurde in Schamott erneut eingeformt und dann zehn Tage lang gebrannt, bis das Wachs „verflogen“ war. Die Künstlerin und die Mitarbeiter der Kunstgießerei Rom in Kundl (Tirol) haben die rund 190 kg glühende Bronze in die Hohlräume gegossen. Nach dem mehrtätigen Auskühlen des Gusses wurden die einzelnen Bronze-Teile zusammengefügt.
Beate Pohlus ist sich des Segens des Dargestellten sicher. So erklärt sich die Künstlerin den reibungslosen Ablauf der äußerst komplizierten Gussverfahren. Witwe Renate Widmann ist vom Standbild begeistert und gleichzeitig gerührt: „Das gibt“s ja nicht. Ist er wieder da? Augen, Ohren und Haare schauen wie echt aus.“ Das Denkmal halte die Erinnerung an einen unvergessenen Politiker und Menschen wach, sagt die Witwe. „Mein Vater ist sehr gut getroffen“, freute sich Widmanns Sohn Michael bei der feierlichen Enthüllung am 17. September 2014 auf einem Grundstück der Wohnungsgenossenschaft Starnberger See.

Das liberale Urgestein wurde 1956 erstmals in den Starnberger Stadtrat gewählt. 1960 erfolgte die Wahl zum Ersten Bürgermeister. Vom 25. November 1962 bis zum 29. November 1966 war er Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Nach dem Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl 1966, musste er seinen Sitz räumen. Starnbergs Bürgermeister blieb er weiterhin. 1969 wurde er einziger FDP-Landrat in Bayern und regierte den Landkreis Starnberg bis 1996.

Über die Künstlerin Dr. Beate Pohlus
Beate Pohlus hat Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Leo Kornbrust in der Klasse für architekturbezogene Plastik studiert. 1990 schloss sie das Studium mit dem Diplom in Bildhauerei ab. Sie hat einen Lehrauftrag an der Fachhochschule für Gestaltung Augsburg inne.
Im Jahr 2009 wurde sie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) im Fach Kunstgeschichte promoviert. In der Dissertation befasste sie sich mit dem Bildhauer Georg Brenninger (1909-1988), der die Monumentalplastiken „Apoll und die neun Musen“ für den Giebel des Nationaltheaters München geschaffen hat. Dr. Beate Pohlus ist Mitglied im Bund Bildender Künstler (BBK). Sie lebt und arbeitet in Starnberg, Eggenfelden und Bamberg.

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