Rocken am Brocken 2015 – Sorgenlos in Elend bei Sorge!

Über die großen Festivals wie Rock am Ring, Wacken, Hurricane oder auch das Open Flair, wurde schon viel berichtet. Sie glänzten die letzten Jahre allein mit überragenden Line Ups und zogen so schon Tausende dort hin. Der Festival Sommer hat aber auch zahlreiche kleinere Festivals, die einen mindestens genauso oder noch mehr in ihren Bann ziehen. Von einem dieser kleinen Festivals möchte ich nun berichten.

Im schönen Harz fand letztes Wochenende in Elend bei Sorge, das Rocken am Brocken Festival statt. Von Donnerstag bis Sonntag Morgen waren dort über 70 Bands & DJs zu Gast, die auf der Brockenbühne, dem Jägerzirkus, der Hexenhütte oder im Zauberwald, die Festivalbesucher in ihren Bann gezogen haben und sie zum mitwippen & tanzen bewegt haben.

Wie jedes Festival, beginnt auch dieses erstmal mit der Anreise. Donnerstag morgen alleine in den Zug gestiegen mit dem ganzen nötigen im Gepäck. Beim Umsteigen in Goslar war man schon nicht mehr allein und hat schon zahlreiche neue freundliche & liebe Menschen kennen gelernt, die alle das selbe Ziel hatten. In Wernigerode, dann gemeinsam mit dem Bus nach Elend gefahren und man hat sofort schon eine schöne Festivalatmosphäre gespürt. Aber man hätte auch von Wernigerode, mit der Dampflok von den Harzer Schmalspurbahnen, direkt nach Elend fahren können. So oder so konnte man die schöne Landschaft des Harzes betrachten. Angekommen im idyllischen Elend, ging es an der kleinsten deutschen Holzkirche vorbei richtig Festivalgelände, das man nach kurzer Strecke erreicht hat. Angekommen, aufgabaut und nach der Ankommphase ging es vom Zeltplatz auf´s Festivalgelände.

Schon beim den ersten Metern auf dem Gelände hat man bemerkt, das dieses Festival mehr zu bieten hat als nur musikalische Beschallung. Ob nun das Luftschloss, wo man sich wie zu Kinderzeiten austoben konnte oder dem Filmpalast, um entspannt Filme auzuschauen oder auszuruhen. Man sah weiviel Arbeit & Liebe fürs Detail,  von der Rocken am Brocken Familie, in ihr Festival investiert wurde. Die meisten Details kamen aber erst so richtig zur Geltung, je dunkler der Tag wurde.  Ein schönes Lichter & Farbenspiel auf dem ganzen Gelände, hat die freundliche und familäre Atmosphäre des Festivals zusätzlich unterstützt.

Musikalisch startete das Festival im Zauberwald und der Hexenhütte, wo  zahlreiche DJs bis in die Morgenstunden die Besucher zum tanzen und feiern gebracht haben. Nach der Anspielung im Jägerzirkus, begann OK Kid auf der Brockenbühne den Donnerstag Abend. Nun konnte man im Wechsel sämtliche Konzerte von Anfang bis Ende erleben. Nach den Oracles kam das erste Highlight mit Royal Republic auf die Brockenbühne, die einem die kühlen Temperaturen vergessen liessen. Transmitter, Schluck den Druck und DJ !Mauf sorgten für ordentlich Stimmung & Tanzlaune. Und wer immer noch nicht genug vom feiern hatte, konnte noch bis zum Morgen im Zauberwald oder der Hexenhütte weiter tanzen und feiern.

Mit strahlenden Sonnenschein ging es am Freitag mit Berlin Syndrom und Budzillus weiter im Jägerzirkus und auf der Brockenbühne. Das erst kleine Highlight des Tages war die Münchner Band Cosby. Deren Sängerin, mit ihrer fesselnden Stimme, das Zirkuszelt mit Magie gefüllt hat. Honig und Tom Klose & Band folgten und haben gemeinsam die erkrankten Kill It Kid bestens vertreten. Mit Feine Sahen Fischfilet, Moop Mama, Schmutzki & Whomadewho kam ein Highlight nach dem anderen. Say Yes Dog beendeten den Freitag und überließen den DJs die Nacht!

Nach einer kalten Nacht ging es am Samstag mit Sonne pur weiter. Mit Xul Zolar und Jonah ging es auf den Bühnen weiter. Die bezaubernden Schwestern von Joco, erfüllten den Jägerzirkus, wie den Tag zuvor schon Cosby, mit einen Hauch von Magie.  The Prosecution, LSD on CIA, Vierkanttretlager und I´m Not A Band folgten auf den Bühnen. Und auch wenn Sizarr leider ihren Auftritt absagen mussten, war diese kleine Enttäuschung schnell verschwunden. Mit Acollective und The Majority Says ging es nach kleiner Programmumstellung weiter. Auf der Brockenbühne kam dann der nächste Kracher mit Annenmaykantereit auf die Bühne. Deren Sänger, mit seiner einzigartigen und unglaublichen Stimme, die Menge begeistert. Ton Steine Scherben lässt grüßen.

Im Jägerzirkus kam anschließend schon das nächste Highlight mit RAZZ auf die Bühne.  Eine 4 köpfige Band aus dem Emsland, die mich allein dazu bewegt hat, Rocken am Brocken kennen zu lernen. Bereits zum 3. Mal in Folge spielten sie auf RaB und sie haben das komplett gefüllte Zirkuszelt zum kochen gebracht. Was für ein grandioses  Konzert. Musik die einen fesselt und zum tanzen bewegt und eine Stimme, die einem die Musik spüren lässt. Was für ein schöner Moment, wenn Musik dich ganz in deinen Bann zieht und man am liebsten vor Freude & Glück weinen möchte…bei mir haben diese Jungs das geschafft.

Den Abschluß auf der Brockenbühne machten nach RAZZ dann Turbostaat mit schönem Punk Rock. Die Abschlußparty begann dann mit den Acrobatic Colours im vollem Jägerzirkus. Aber auch im Zauberwald und der Hexenhütte war die Party im vollem Gange und so langsam neigt sich ein wunderschönes Festival dem Ende.

Dieses Festival hat mich auf verschiedensterweise begeistert. Zum einem die Auswahl der Bands, wo ich persönlich jeden Act gut fand, auch wenn man im Vorfeld nicht jeden kannte. Zum anderen, die ganze Rocken am Brocken Familie, die das so, mit dem ganzen Aufbauten und dem Rahmenprogramm, ermöglicht hat. Immer freundliches Personal, denen man ansieht, das sie mit Spaß und Freude gerne dabei sind. Auch das Rahmenprogramm macht Rocken am Brocken zu einem ganz besonderen Festival. Ob man nun an einem Theater Workschop teilnimmt oder mit dem Akustikpfad, die Tier- und Pflanzenwelt des Harzes musikalisch zu erkunden. Für die sportlichen gab es ein Fußball- und Volleyballturnier. Kräfte messen beim Tauziehen oder einfach abkühlen im Waldbad. Sich einfach von Künstlerinnen schmincken lassen oder einfach an der LustigenFragestunde teilnehmen, wo die Veranstalter Frage und Antwort standen. Das ganze Festival hatte von Beginn bis zum Ende einen unglaublichen Wohlfühlcharakter. Wo man die Künstler nicht nur auf der Bühne sieht, sondern auch auf dem Gelände begegnet und sich unterhalten kann. Man sich aufgehoben und wohl fühlt. Wo pogen Spaß macht und immer eine Hand da ist, sobald man am Boden liegt.

Ein Festiaval, wo man sich bei der Abreise schon wieder auf die Anreise im nächsten Jahr freuen kann. Vielen Dank für ein grandioses Festival.

Frank Macke