Al Halqa – die letzten Erzähler / Ausstellung im Ethnologischen Museum Berlin

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Eine Ausstellung über die zirzensischen Künste auf dem Platz Djemaa El Fna in Marrakesch

Täglich findet in Marokko ein einzigartiges Schauspiel statt. Die Bühne ist der Djemaa El Fna, der „Platz der Gehenkten“ in Marrakesch. Auf diesem etwa tausend Jahre alten städtischen Platz versammeln sich Einheimische und Durchreisende, Neugierige und Müßiggänger, um sich von den performativen Künsten der „Hlaiqi“, der Tänzer, Sänger, Akrobaten und Geschichtenerzähler begeistern und mitnehmen zu lassen. Ihre Darbietungen bilden ein Patchwork sich ständig erneuernder Traditionen, die heute mit Recht zum „immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ (UNESCO) gerechnet werden.

Die letzten Erzähler

Zwischen Schlangenbeschwörern, Zauberern und Wahrsagern suchen sich auch die letzten marokkanischen Geschichtenerzähler die Gunst des Publikums. In der Halqa, im Kreis der Zuschauer, scharen sie die Menschen um sich, um sie neugierig auf ihre Darbietung zu machen. Ihre Geschichten handeln oft von Königen, schönen Frauen, Versuchungen und Reichtum, erzählen aber auch von Bettlern, Dieben, Armut und Weisheit. Sie sollen unterhalten und gleichzeitig lehrreich sein. Ihre Kunst ist es, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, indem sie ansprechen, was tief im Menschen verwurzelt ist: die Lust, Geschichten erzählt zu bekommen.

Ausstellung

Die Ausstellung führt dem Besucher diese immer noch lebendige marokkanische Kultur der Straße vor Augen, wie sie ähnlich in Europa bis ins 19. Jhdt. durch das fahrende Volk der Gaukler und Sänger vertreten war. Dazu wird das Ensemble auf dem Platz Djemaa El Fna in einzigartiger Weise erlebbar gemacht. Das aufwändige Ausstellungsformat mit großformatigen Fotodrucken und audiovisuellen Installationen sorgt für ein unmittelbares sinnliches Erleben. Hörstationen laden dazu ein, Geschichten im arabischen Original und deutscher Übersetzung zu hören, die bis heute nur mündlich überliefert worden sind und bislang noch nie schriftlich festgehalten wurden. Eine „Erzählbox“ animiert die Besucher, selbst zum Erzähler zu werden. Die Box ähnelt einem Passbildautomaten, in der sich der Besucher selbst vor ausgewählten Hintergründen bei laufender Kamera zum Erzähler ermächtigen kann.

Begleitprogramm

Erweitert wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Live-Auftritten der marokkanischen Geschichtenerzähler Abderrahim El Makkouri aus Marrakesch und Idriss Al-Jay aus Berlin sowie der Vorführung des Dokumentarfilms „Al Halqa – Im Kreis der Geschichtenerzähler“ im Original auf Arabisch und deutsch synchronisiert.

Mehr Informationen zum Begleitprogramm und zur Ausstellung:
http://expo.alhalqa.com

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Firmenportrait:
„Al Halqa – die letzten Erzähler“ ist eine Ausstellung des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin. Sie ist Teil des Gesamtprojekts „Al Halqa“ des Berliner Filmemachers und Medienkünstlers Thomas Ladenburger. Das Projekt begann 2005 mit einem Dokumentarfilm, gefolgt von mehreren Ausstellungen, Installationen und Medienproduktionen mit DVDs und einem Hörbuch. Mit der Präsentation im Ethnologischen Museum Dahlem findet das Projekt seinen Abschluss, lebt aber in Form eines Virtuellen Museums weiter.

Mehr Informationen zum Gesamtprojekt und dem Künstler unter:
http://www.alhalqa.com
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