Wanderer auf dem inneren Pfad – Der Sufi-Pfad

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Viele Menschen fragen heute nach dem Sinn ihres Lebens und suchen nach einem inneren Weg, um zur Selbsterkenntnis zu gelangen, zur Selbstverwirklichung – und schließlich zu Gott. Der Sufi-Pfad steuert dieses Ziel direkt an, setzt aber auch die Führung durch einen geistigen Lehrer voraus. Sein Vorzug liegt darin, dass er nicht weltabgeschieden ist, sondern den Menschen als ein für das Leben in dieser Welt geschaffenes Wesen ernst nimmt, der sein Leben inmitten in der Welt verwirklichen soll.

Wanderer auf dem geistigen Pfad: dieses Urbild taucht in den verschiedensten mystischen Richtungen auf. Im übertragenen Sinn – oder auch zugleich wörtlich verstanden, wie bei den Wandermönchen und Wanderderwischen. Hazrat Inayat Khan betrachtet das ganze äußere wie innere Leben des Menschen als eine Reise der Seele von ihrem göttlichen Ursprung – hindurch durch die Schöpfung – zurück zu ihrem göttlichen Ziel.

Von jeher war die Vorstellung vom Pfad, vom Wanderer, vom Reisen von großer Bedeutung bei den Frommen und Mystikern aller Religionen. Doch bei den Sufis wurde dieser Gedanke zu einem ihrer tiefsten Symbole für das Leben selbst. Schon die Titel vieler Schriften großer Sufimeister des Mittelalters beziehen sich darauf, wie „Der Pfad der Gottesdiener“ von Al Ghazali, „Die Reise zum Herrn der Macht“ von Ibn Arabi, „Halteplätze der Reisenden“ von Ansari. Von Sufilehrern unserer Zeit gibt es Werke wie „Die Karawane der Träume“ von Idries Shah und manch andere. Durch das ganze Werk Hazrat Inayat Khans zieht sich der Gedanke von der Reise der Seele wie ein roter Faden hindurch. Die meisten großen Sufimeister waren Jahre hindurch auf der Wanderschaft, indem der äußere und der innere Weg sich zu einer Einheit verbanden. Bei manchen Orden ist die Wanderschaft ihrer Anhänger als Methode zu inneren Entfaltung sogar vorgeschrieben.

Das Leben wird zur Reise der Seele:
vom göttlichen Ursprung durch die verschiedenen Erfahrungen hindurch wieder zurück zu Ursprung. Dabei wird diese „Reise“ von zwei Aspekten her gesehen. Einmal als das äußere sichtbare Leben von der Geburt bis zum Tod mit all seinen vielfältigen Eindrücken und Erfahrungen. Zum anderen aber als innere Reise, die darin besteht, dass der Mensch nach dem Sinn zu fragen und zu suchen beginnt. Heute werden immer mehr Menschen gewahr, dass das materialistisch-naturwissenschaftliche Weltbild die Menschheit in eine Sackgasse geführt hat. Die drückenden Probleme unserer Zeit, wie Hunger, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung und atomare Bedrohung scheinen unlösbar zu sein und lasten schwer auf dem Bewusstsein vieler und lassen sie in Alkoholismus, Drogensucht, Depressionen oder gar Selbstmord flüchten. Mögliche Auswege scheinen nur Flickwerk zu sein. Andere wollen von allen Problemen unserer Zeit nichts wissen, stecken den Kopf in den Sand, leben nur für materielle, äußerliche Werte, bis eine Krise, ein Schicksalsschlag ihre Welt zerbrechen lässt.

Aber es zeigen sich heute überall immer mehr hoffnungsvolle Ansätze zu einer Umkehr zu nichtmateriellen Dimensionen des Lebens. Die Sehnsucht nach einem kreativen und verinnerlichten Leben wächst. Vor allem junge Menschen begeben sich auf die Suche nach neuen Möglichkeiten, nach einem tieferen Sinn des Lebens, nach einem spirituellen Weg. Ein solcher Weg ist der Sufi-Pfad. Es ist ein Pfad der Umkehr der Seele zu Gott und ein Pfad der Liebe. Im Gegensatz zu manchen anderen spirituellen Wegen, die Weltabgewandtheit als Mittel zur Selbstverwirklichung lehren, wollen die Sufis ihre geistigen Ideal inmitten der Welt, in Familie und Beruf leben und verwirklichen.

Über den Autor
Hazrat Inayat Khan ist der Begründer der internationalen Sufi-Bewegung und des internationalen Sufi-Ordens. 1882 in Baroda an der West-Küste Indiens geboren, wurde der Sufi-Mystiker in seiner Heimat als Virtuose der klassischen indischen Musik verehrt. Schon in jungen Jahren wurde dem Sänger und Vina-Spieler der Titel „Tansen“ – bedeutendster Musiker Indiens – verliehen. Sein geistiger Lehrer war Kwaja Abu Hashim Madani. Khan emigrierte 1910, um seine Lehre in den Vereinigten Staaten und Europa bekanntzumachen. Seine Kenntnis der durch Musik bewegten Seele war es, die ihm Meisterschaft im „Stimmen menschlicher Seelen“ verlieh. Er verstand es damit, uns Europäern das tiefe, alte indische Wissen des Vedanta nahe zu bringen. Seine Sprache war und ist wie Musik, die von ferne in unseren Ohren klingt. Die Lehre, die er in den Westen brachte, ist die „Botschaft von Liebe, Harmonie und Schönheit“.

Wanderer auf dem inneren Pfad , Verlag Heilbronn, 128 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-936246-07-0, EUR 14,95

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Der Verlag Heilbronn ist der Verlag für hochkarätige spirituelle Literatur: Mystik, Meditation, Interreligiöse Spiritualität und Universaler Sufismus. Die dort verlegten Bücher vermitteln tiefes spirituelles Wissen und begleiten auf dem Weg der Herzöffnung und Gotteserkenntnis. Jenseits religiöser Dogmen sind die Bücher des Verlages Hilfe für das tägliche Leben und die persönliche meditative Praxis.

Der Verlag Heilbronn wurde 1981 gegründet.

Im Zentrum der Verlagsarbeit steht die Botschaft des großen indischen Sufimystikers Hazrat Inayat Khan. Er wurde 1882 in der indischen Stadt Baroda geboren. Schon in jungen Jahren wurde ihm der Titel „Tansen“, bedeutendster lebender Musiker Indiens, verliehen. Seine Lehre ist eine Botschaft von Liebe, Harmonie und Schönheit.