Open Flair 2016 – mit DESCENDENTS, BOSSE, WIZO, BOYSETSFIRE, FLAG, JENNIFER ROSTOCK u.v.a.

Endlich, mit großer Vorfreude präsentieren die Macher die ersten Bestätigungen für das 32. Open Flair Festival vom 10.-14. August 2016. Und schon Mitte November und Anfang Dezember können die nächsten Bestätigungen bekannt gegeben werden – darunter auch mindestens zwei Headliner!

DESCENDENTS
Man frage NOFX oder Rise Against, Blink 182 oder Green Day, The Offspring oder Fall Out Boy – sie alle werden die Descendents zu ihren großen Einflüssen zählen. Bereits 1978 gegründet und 1980 durch Milo Aukerman ergänzt, gehörten sie in der jungen Punkszene von Los Angeles schnell zu den Hauptfiguren. Das Album „Milo Goes To College“ (1982) gilt heute als früher und wegweisender Meilenstein dessen, was gemeinläufig Pop-Punk und Melodic Hardcore genannt wird. Da Aukerman tatsächlich studieren ging und Schlagzeuger Bill Stevenson fest bei Black Flag eingestiegen war, wurden die Descendents auf Eis gelegt – ein Vorgang, der sich später mehrfach wiederholen sollte und dafür sorgte, dass Aukerman als Biochemiker Karriere machte, die verbleibenden Miglieder die Band All gründeten und Stevenson bis heute Alben von NOFX, Rise Against und vielen anderen produziert. Nach „Everything Sucks“ (1996) und „Cool To Be You“ (2004) – laut OX-Fanzine „ein furioses Comeback, das vom ersten bis zum letzen der 14 Tracks begeistert“ – ist für 2016 endlich wieder ein neues Descendents-Album angekündigt. Und im August ist die kalifornische Punk-Legende auf dem Open Flair zu erleben!

BOSSE
2015 war er nur bei einer Handvoll ausgewählter Shows zu erleben – unter anderem als Special Guest von Casper bei dreien von dessen Castivals. Der Hintergrund für die Zurückgezogenheit ist ein ausgesprochen erfreulicher. Denn seit dem Frühjahr schreibt Axel Bosse an einem neuen Album und seit dem Sommer laufen die Studioarbeiten dafür auf Hochtouren. Nach dem vergoldeten Erfolg seines 2013 veröffentlichten Albums „Kraniche“ sowie der beiden Singles „Schönste Zeit“ und „So oder so“ gewinnt Bosse mehr und mehr Freunde. „Ein neuer Sound, luftig und weit, viel mehr als Rock, aber ohne Pathos. Ein neues Modell von Popmusik, das orchestrale Breite mit emotionaler Tiefe verbindet“, hieß es im Pressetext über die großartigen Songs auf „Kraniche“. Seine hochsympathische und ansteckende Ausstrahlung sowie seine bestens eingespielte Live-Band sorgen mittlerweile regelmäßig für vollständig ausverkaufte Hallen und auch der Auftritt beim Open Flair 2013 war schlichtweg umwerfend. Wir freuen uns sehr, Bosse mit den Songs des neuen Albums bei uns zu haben.

WIZO
Auf ihrem vor 25 Jahren gegründeten Label Hulk Räckorz sowie über das kalifornische Kultlabel Fat Wreck Chords haben sie es „mit oft unkonventionellen Mitteln jenseits der Majorindustrie auf über 500.000 verkaufte Tonträger“ gebracht, wie es in ihrer eigenen Kurzbiographie heißt. Als NOFX-Frontmann und Fat-Wreck-Chef Fat Mike im vergangenen Sommer gefragt wurde, welche der über 300 Fat-Wreck-Veröffentlichungen zu seinen 25 liebsten zählen, fand sich neben Propagandhi, Lagwagon, No Use For A Name, Rise Against und Anti-Flag auch das WIZO-Album „Uuaarrgh!“. Diesem Meilenstein des deutschsprachigen Punkrocks folgte eine Teilnahme an der Vans Warped Tour durch die Vereinigten Staaten, hunderte weitere Shows in Japan, Kanada und ganz Europa sowie das Album „Anderster“, bis sich die Band 2005 auflöste. Groß war die Trauer und noch viel größer die Freude unter den Fans, als WIZO fünf Jahre später wieder loslegten und mit „Punk gibt’s nicht umsonst (Teil III)“ schließlich sogar ein neues Studiowerk veröffentlichten. Nachdem sie 2015 pausierten, sind die Sindelfinger im August erstmals auf dem Open Flair zu erleben!

BOYSETSFIRE
Was war das für ein Fest, als Boysetsfire im Oktober 2010 ihre Wiedervereinigung bekannt gaben. Die Fanreaktionen überschlugen sich vor schierer Freude. Die US-amerikanische Post-Hardcore-Band hatte sich insbesondere mit den Alben „After The Eulogy“ (2000), „Tomorrow Come Today“ (2003) und „The Misery Index“ (2006) sowie ihre großartigen Live-Qualitäten in viele Herzen gespielt. Doch 2007 trennte sich die Band nach eine umjubelten Abschiedstour. Ihre ausgesprochen gute Verfassung nach der langen Pause bewiesen Boysetsfire dann unter anderem beim Open Flair 2012 und mit dem Studiowerk „While A Nation Sleeps“ (2013). Laut Rezension auf Laut.de „sprühen die Jungs Funken, pulsieren vor Energie und gehen so frisch und unverbraucht ans Werk wie vor einem Jahrzehnt. Vor allem diese Leidenschaft und Spielfreude machen das Album so toll.“ Den jüngsten und schlicht „Boysetsfire“ betitelten Streich kürte das Visions-Magazin im Oktober zur „Schönheit der Ausgabe“ und schwärmt von dem „druckvoll-kompakt produzierten Techtelmechtel zwischen Hymne und Hass“. Einem Album, das „vielleicht ihr bestes, definitiv aber ihr positivstes geworden ist“.

FLAG
2013 begann für Freunde des Hardcore-Punks mit einem Paukenschlag. Die beiden Ur-Mitglieder Greg Ginn und Ron Reyes riefen mit Black Flag eine Band wieder ins Leben, die mit ihren Live-Shows und Veröffentlichungen wie „Nervous Breakdown“ (1979), „Jealous Again“ (1980), „Damaged“ (1981) oder „Family Man“ (1984) ein zentrales Kapitel der Punkgeschichte geschrieben hatte. Sie gilt als eine der allerersten und stilbildenden Hardcore-Bands, hat ganze Heerscharen nachfolgender Musiker beeinflusst und wird von ihren Fans bis heute kultisch verehrt. Zur gleichen Zeit, Anfang 2013, gaben auch die Originalmitglieder Keith Morris, Chuck Dukowski, Bill Stevenson und Dez Cadena bekannt, die Legende live fortzuschreiben – unter dem Namen Flag und komplettiert durch Stephan Egerton von den Descendents. Und wir sind froh und stolz, mit den Descendents und Flag gleich zwei Bands beim Open Flair 2016 zu begrüßen, deren Mitglieder zu den großen Pionieren des kalifornischen Punks zählen.

JENNIFER ROSTOCK
Seit ihrem Debütalbum „Ins Offene Messer“ (2008) haben Jennifer Rostock drei weitere Alben „zwischen Glam-Punk, Elektro-Pop und Hauptstadt-Rock“ (taz) herausgebracht, von denen das letzte Anfang 2014 sogar von Platz 2 der Charts grüßte. Es folgte eine nahezu ausverkaufte Tour und eine in Windeseile eingespielte EP namens „Kaleidoskop“. Die vier neuen Songs wurden laut Pressetext unter der Fahne des neuen bandeigenen Labels veröffentlicht und mit allen Freiheiten gesegnet, die ein solcher Schritt ermöglicht. Demnach nämlich „mehr Härte, mehr Experimente! Keinesfalls radiotauglich, dafür umso mehr auf live gebürstet. Jennifer Rostock wissen, wo ihre Songs hingehören: in den Moshpit.“ Und damit der frische Stoff für die kommenden Live-Shows nicht ausgeht, ist die Band seit September schon wieder im Studio, um Album Nummer 5 in die Spuren zu bringen. Nach ihrem spektakulären Auftritt beim Open Flair 2012 sind Jennifer Rostock vier Jahre später endlich wieder in Eschwege zu erleben!

SALTATIO MORTIS
Als im Jahr 2013 „Das Schwarze IxI“ erschien, schrieben unsere Freunde von Laut.de: „Ohne die Genregrenzen zu atomisieren fegt die Scheibe als frischer Wind durch die Szene. Saltatio Mortis hätten mit dieser Platte genau jenen Erfolg verdient, den die Altmeister In Extremo seit Jahren genießen.“ Und siehe da, das Album schaffte es tatsächlich bis auf Platz1 der deutschen Charts und brachte der Band aus Baden einen enormen Popularitätsschub ein. Ihre Konzerte spielen sie mittlerweile regelmäßig in ausverkauften Häusern und auch das aktuelle Studiowerk „Zirkus Zeitgeist“ (2015) krönte die deutschen Albumcharts. „Hinter mit akzentuierten Mittelalter-Spielereien aufgepepptem Mitsing-Punkrock breiten sich Texte aus, die die Dinge unmissverständlich beim Namen nennen. (…) Egal ob Politiker, Kirchen-Obrige oder Banker: Sie alle bekommen auf ‚Zirkus Zeitgeist‘ ihr Fett weg“, so Laut.de. Mit satt produziertem Modern Rock, Dudelsackgebläse und Punk-Anstrich sowie ohrwurmhaften Stadion-Harmonien und „Basisorientiertem aus dem verschwitzen Club von nebenan ziehen Saltatio Mortis anno 2015 alle Register“.

MOOP MAMA
„Keine fertigen Beats, keine Samples, keine elektrischen Instrumente“, positionieren sich Moop Mama exklusiv und befeuern ihren „Urban Brass“ getauften Stil stattdessen mit sieben Bläsern, zwei Drummern und einem MC. Letzterer heißt Keno Langbein, schreibt Texte „von einer Güte und Vielschichtigkeit, dass sich sowohl der Deutschlehrer als auch der ebenso schweißnasse Punker beim Zuhören in den Armen liegen können“. Seine „Gratwanderung zwischen engagierten Polittexten und verspulten Zwischenmenschlichkeiten“ vollzieht er gut gebettet auf dem herrlich groovenden Blechgebläse. „Sich der Energie dieser Band zu entziehen ist eine unlösbare Aufgabe, der selbst die einzementiertesten Vollpfosten der Rockpolizei nicht gewachsen sind“, so der Presssetext. Nach „Deine Mutter“ (2011) und „Das Rote Album“ (2013) steht 2016 die Veröffentlichung eines neuen Studiowerkes an. Wir freuen uns sehr, die Münchener damit erstmals in Eschwege zu begrüßen und sind uns sicher, dass sie mit ihrem Urban Brass beim Open Flair vollauf begeistern werden.

DOCTOR KRAPULA
Um mal ganz grob über einen Kamm zu blasen: Was Panteón Rococó für Mexiko, La Vela Puerca für Uruguay und Karamelo Santo für Argentinien sind, stellen Doctor Krápula aus Bogotá für Kolumbien dar. In ihrer Heimat sind sie Stars, deren sozialkritischen Texte Gehör finden und deren Shows die Massen mitreißen. Mehr oder minder feine Unterschiede gibt es natürlich auch, so wie etwa diesen: Während die drei erstgenannten Bands allesamt schon das Open Flair beehrt haben, dürfen wir Doctor Krápula zum allerersten Mal in Eschwege begrüßen. Über das aktuelle und für zwei Latin Grammys nominierte Album „Ama-zonas“ (2014) mit illustren Gästen wie Manu Chao und Ska-P heißt es im Pressetext, es sei mehr als Musik: „In erster Linie geht es darum, auf die Missstände und Abholzung des Regenwaldes im Amazonas-Gebiet hinzuweisen und dagegen zu protestieren. Aber es gilt wie jedes Jahr: Tanzen bis der Arzt kommt! Mitsingen auf Krankenschein! Feinster Mestizo mit Hammond Orgel!“

THE RUMJACKS
Keltische Wurzeln, wohin man auch hört. Wie Dropkick Murphys aus Boston oder Flogging Molly aus Los Angeles klingen auch The Rumjacks aus Sydney, als hätten ihre Songs den Straßenstaub Dublins und das Gras des schottischen Hochlands gefressen. 2008 von Frankie McLaughlin (Vocals, Tin Whistle) und Bassist Johnny McKelvey gegründet, haben die Australier nach zwei EPs sowie dem Debütalbum „Gangs Of New Holland“ (2010) im März 2015 das aktuelle Werk „Sober & Godless“ veröffentlicht und europaweit auf Clubtour vorgestellt. Dass ihre Songs für beste Live-Partys gemacht sind, werden Johnny und Frankie gemeinsam mit Anthony Matters (Drums), Gabriel Whitbourne (Gitarren) und Adam Kenny (Mandoline, Banjo, Bouzouki, Bodhran, Akustikgitarre) beim Open Flair unter Beweis stellen. „Rau und aufrichtig, aus dem Bauch heraus und wahrhaftig“, so nennt auch der Pressetext den Sound, der die irischen und schottischen Einflüsse mit viel Punk und Rock’n’Roll aufmischt.

MASSENDEFEKT
„Du singst, du tanzt, du schwitzt, du lachst, du wirst berührt. Ein Abend mit Massendefekt bleibt hängen. Hier kommt eine Band, die Bock hat, zu spielen. Wenn andere Bands nah an ihren Fans sind, sind Massendefekt näher“, heißt es in ihrem Pressetext und tatsächlich werden die Nordrheinwestfalen für ihre Spielfreude mit wachsenden Besucherzahlen belohnt. Ihr Album „Zwischen Gleich Und Anders“ (2014) schaffte es bis auf Platz 33 der deutschen Charts. Die Band mache darauf alles genau so, wie man es sich von einer Punkrockband wünsche, heißt es auf Metal.de. „Sie agieren authentisch, sind rockig, verwenden eine einfache aber treffende Sprache und scheuen sich nicht, auch brisante Themen anzusprechen.“ Und die Kollegen von Laut.de resümieren punktgenau: „kompromisslos, intensiv, auf die Zwölf“. Das neue Album „Echos“ erscheint im Frühjahr, wird im März und April auf Clubtour vorgestellt und im August sind Massendefekt mit einer prallen Packung Punk&Roll auf dem Open Flair zu erleben.

JAYA THE CAT
Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „First Beer Of A New Day“ war das Glas gewissermaßen noch halbvoll, als die in Boston gegründeten Jaya The Cat eine neue Heimat fanden. Denn zwei Gründungsmitglieder stiegen aus, Geoff Lagadec und David „The Germ“ zogen nach Amsterdam und besetzten die Band neu. Nach „More Late Night Transmissions With…“ (2007) erschien 2012 mit “The New International Sound Of Hedonism”. das vierte Album. „Zwischen Manu Chao, The Clash, Bob Marley und NOFX haben Jaya The Cat spätestens mit dem vorliegenden vierten Studioalbum zu ihrem ganz eigenen Stil gefunden“, so heißt es bei Laut.de. Das heiser verrauchte und zugleich kraftvolle Organ von Geoff Lagadec sei ein raues, zentrales Wiedererkennungsmerkmal und ebenso stimmig gestalte sich die fett produzierte Punk-Reggae-Ska-Mixtur der Band. Nach Eschwege kommen Jaya The Cat mit neuem Stoff: Für das Frühjahr ist ein neues Album angekündigt.

LE FLY
Sie sind, so sagt der Pressetext, „sechs ausgebuffte und aufgeweckte Schräghänger mit der Neigung zum hyperaktiven Unterhaltungs-Extrem und dem norddeutschen Schalk im Augenwinkel“. Und nach zwei Alben, einer Live-DVD, sechs Headliner-Clubtouren sowie Support-Shows für Bands wie Pantéon Rococó, The Offspring und The Baseballs waren Le Fly zuletzt unter dem Motto „Zehn Jahre im Dienst der St. Pauli Tanzmusik“ auf großer Jubiläumstour. Grund zum Feiern gab es genug. „Es hat sich erwiesen, dass der Weg, alles selber in die Hand zu nehmen, genau der richtige ist – auch wenn wir noch lange nicht angekommen sind. Aber im Moment haben wir ein Level erreicht, wo alles total Sinn macht und wir uns ständig weiter nach vorne pushen“, schreibt die Band. Und auch 2016 machen Le Fly dort weiter, wo „Rap und Rock, Reggae und Funk, Gesang, Ska und freche Beats aufeinander knallen“.

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