Subkulturen als Kunstrichtung

IMG_1290Irgendwie gehört ja jeder einer an, oder? Subkulturen, die individuellen Szenen der Gesellschaft. Wer kennt sie nicht, die Mods, Rocker, Hip Hopper, Hippies, Emos oder Punks. Sie alle entstammen musikalischen Ursprungs und definieren sich nach Außen durch einen bestimmmten Mode-Stil. Die wohl angesagteste und somit schon zum Mainstream gewordene Subkultur scheint das Hipstertum. Die mit viel Ironie behaftete Szene definiert sich durch die Kombination altmodischer Kleidung mit ausgefallenen Frisuren und langen Bärten. Hier werden munter Holzfällerhemden, Hornbrillen, Schlauchschals, enge Hosen, Tätowierungen, Strickmütze und Hosenträger kombiniert. Gerade bei den Hosenträgern zeigt sich ein Bedienen an den 1940er Jahren, als die Träger noch als als Arbeitstracht getragen wurden, um sich dann Ende des 18. Jahrhunderts zu einem männlichen Geschlechtszeichen zu entwickeln. Übrigens bleiben die meisten Ü-40er meist bei einem bestimmten Stil und ihre Vorstellungen davon, wer sie sind und was sie darstellen wollen, sind ziemlich starr. Neue Styles und Identitäten werden heutzutage auch durch Massenmedien, Filme, Sozialen Medien und besonders durch das Vermischen von unterschiedlichen Kulturen, Geschlechtern und Generationen gekräftigt.
Aber sind Subkulturen als Kunstrichtung zu sehen. Ich denke ja, denn Kunst muss sich ja nicht nur zwangsläufig auf Leinwänden, Filmstreifen, Laufstegen oder Lichinstallationen manifestieren. Kunst ist Individualität und Mainstream zugleich. Passt also! Kunstrichtung „Hipster“ – eindeutige Stilmerkmale, etliche Vertreter der Zunft und jede Menge Menschen, die diese Kunstwerke gerne ausgiebig betrachten. Subkulturen sind schon lange Werbeobjekte und Labelgeber. Mit dem Hipster wird eine Sau durchs Dorf getrieben, die noch jede Menge Speck zu bieten hat. Eine Kunstrichtung also, die endlich ordentlich vermarktbar ist und das schon seit Jahren. Ich bin gespannt, wann der frisch rasierte Herr mit Sweat-Shirt wieder als Ikone angesagt ist und hoffe gleichzeitig, dass das nie der Fall sein wird.
Immer auf der Suche nach Authentizität der Andersartigkeit wird sich auch im 22 Jahrhundert der Mensch wieder Kulturen schaffen, die gesichtlich gesehen bleiben und als Kunstart für sich stehen werden. Los geht’s!