Erst antik, dann verpönt und wieder nach Vorne gekämpft

Homosexualität durchwanderte in der menschlichen Geschichte einige Täler und Berge. Was heutzutage in Russland geächtet wird, war in der ersten Demokratie der Menschheit alltäglich. In der griechischen Antike beispielsweise gehörten Männer, die mit Männern Sex hatten, zum Alltag. Hier war die gleichgeschlechtliche Liebe in der Gesellschaft integriert und wurde teilweise sogar gefördert. Darstellungen auf Vasen dieser Epoche zeigen den offenen Umgang mit dieser Thematik auch in der Kunst. Was für den manchen Gladiator und makedonischen Prinz ein Genuss, war dann durch das alte Testament den Menschen ein Dorn im Auge. Hier wurden insbesondere Beziehungen zwischen Männern als gotteslästerlich abgetan: „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau, es ist ein Gräuel“. Demzufolge finden sich auch in der Kunst kaum Motive von Homosexuellen Protagonisten. Im Mittelalter erfuhr die Abneigung zu Liebe unter Männern dann eine weitere Steigerung. Hier könnte man sogar auf dem Scheiterhaufen landen wenn man sich nicht der kirchlichen Norm unterwerfen wollte. Es hieß man würde gegen die „Gesetze der Natur“ verstoßen. Auch homosexuelle Frauen mussten sich in einigen Fällen in Sodomie-Prozessen verteidigen, wurden aber weniger verfolgt. Ein Grund hierfür kann die Faszination für lesbischen Sex sein, der in pornografischen Schriften aus dem 17. Jahrhundert beschrieben und mit entsprechenden Zeichnungen gedruckt wurde. Einen traurigen Höhepunkt erreichte die Verfolgung dieser sexuellen Ausrichtung unter der Terrorherrschaft der Nazis in Deutschland. Kaum ein Homosexueller traute sich in dieser dunklen Epoche zu outen. Während sich zur heilen Welt der Witschaftswunderzeit gleichgeschlechtliche Liebe noch hauptsächlich im Untergrund oder verschlossenen Türen abspielte, erkämpfte sie sich in den 70er und 80er Jahren den Weg zurück ins Rampenlicht. Kultfiguren wie Andy Warhol oder Freddy Mercury trugen persönlich und durch ihre Kunst dazu bei, das schwul sein etwas ganz normales ist. Heute dürfen glücklicherweise Männer Männer heiraten und Frauen sich mit Frauen vermählen. Auch im Netz wird so offen wie nie mit dem Thema umgegangen. Während Akademiker ihre eigenen Kontaktbörsen durchforsten, können gays auch unter Gleichgesinnten suchen (z.B.: https://planet-randy.com). Lassen wir die düstere Vergangenheit ruhen, lernen aus ihr es besser zu machen und genießen die Liebe in welcher Form auch immer.