Game over? Wenn die Müllblumen blühen: Gruppenausstellung im Kölner Kunsthafen

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Köln, den 19. Mai 2021 – Jeder Mensch produziert ihn, jeden Tag: Müll. Er ist uns nah, doch wir schieben ihn gern außer Sichtweite. Ist er zu sehr ein Spiegel unseres Selbst? Einen Diskurs zum Thema bietet die Schau „m.ü.l.l. – meine überreste lagern langfristig“, die am 8. Juli 2021 um 18 Uhr im Kölner Kunsthaus Rhenania eröffnet wird und digitale Collagen, Fotografie, Videos und Objekte von vier Künstlerinnen und Künstlern zeigt, die sich konzeptuell mit den Abfällen, Relikten und Fragmenten unseres täglichen Lebens auseinandersetzen. Unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Andreas Hupke und Mildred Utku (Mitglied Ernährungsrat und Sprecherin der Essbaren Stadt Köln) ist die Ausstellung, zu der ein Katalog erscheint, bis zum 18. Juli 2021 zu sehen. Anmeldungen zur Vernissage sind unter anmeldung_expo_muell@gmx.de möglich. Informationen zu Konzerten und Performances während der Öffnungszeiten sind unter www.kunsthafen.com erhältlich.

„Durch unsere effiziente Abfallbeseitigung verlieren wir schnell den Bezug zu dem, was unser Konsum täglich und vor allem langfristig anrichtet“, meint Gregor Zootzky, Initiator der Ausstellung. Er fordert: Lasst uns den Müll raumgreifender in unsere Mitte holen, gerade damit wir ihn vermeiden lernen. Jeder sei gefragt, sein Konsumverhalten kritisch zu reflektieren. Seit 2007 beschäftigt sich der Kölner Künstler mit dem Thema. Gern treibt er das Warhol’sche Zitat „All is pretty“ auf die Spitze. In seiner digitalen Collage „Flowers are pretty“ wirken seine auf dem Wasser treibenden „Müllblumen“ wie dekorative Seerosen; sie bestehen jedoch aus gefüllten Abfallsäcken. Eine weitere Arbeit simuliert ein Computerspiel mit Müllblumen, die unseren Lebensraum einnehmen.

Begehbare Installation im Kunsthafen

Für die aktuelle Ausstellung „m.ü.l.l. – meine überreste lagern langfristig“ entwickelte Zootzky mit drei weiteren Künstlern und Künstlerinnen eine begehbare Installation aus Objekten, Filmkunst und Sound. Felix Kemner setzte sich bereits in den 1960er Jahren mit Umweltthemen auseinander. Für eine seiner Performances hüllte sich seine Kölner Künstlerkollegin Stefanie Wüst in Moos. Zur Vernissage der aktuellen Ausstellung wird sie als „Plastik-Frau“ ein Zeichen setzen und aus Texten von Kemner lesen.

Im Zentrum einer Videoarbeit der Kölner Musikerin Anna-Lea Weiand stehen die gigantischen Plastikinseln auf unseren Meeren. Aus Text-Fragmenten zu den Themen Abfall, Kehricht und Müll setzt sich das Upcycling-Schriftobjekt von Evdokia Michailidou zusammen.

Eigenverantwortliches, gemeinsames Handeln

Für Gregor Zootzky ist die künstlerische Intervention der Schau dem Geist von Joseph Beuys und seinem partizipativen Aktionismus verbunden, der die Kraft der sozialen Veränderung in den individuellen menschlichen Bezügen sah. Dass dies eine große Chance für die Umwelt ist, begreifen laut Zootzky immer mehr Menschen. Ein Beispiel seien jüngst die vielen urbanen Müllsammlergruppen, die das Thema sichtbar machen.

(Zeichen: 2.959)

Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen Ausstellung:
Felix Kemner, Evdokia Michailidou, Anna-Lea Weiand, Gregor Zootzky

Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen Rahmenprogramm:
Jasmin Ali, Gernot Bogumil, Rudi Rumstajn, Gregor Weber, Stefanie Wüst

Titel der Ausstellung: m.ü.l.l. – meine überreste lagern langfristig

Kunsthafen, Kunsthaus Rhenania
Bayenstr. 28, 50678 Köln

Vernissage: 8. Juli 2021, 18 bis 21 Uhr
Zur Vernissage liest Stefanie Wüst Texte von Felix Kemner
Live-Stream der Vernissage über Facebook „Gregor Zootzky“

Dauer der Ausstellung. 9. bis 18. Juli 2021

Öffnungszeiten:
donnerstags und freitags 17 bis 20 Uhr
samstags und sonntags 15 bis 18 Uhr

(Die Eintrittsbedingungen ändern sich je nach Lage der Pandemie. Bitte informieren Sie sich auf www.kunsthafen.com über die aktuellen Zutrittsbestimmungen.)

Schirmherrschaft:
Andreas Hupke, Bezirksbürgermeister Innenstadt-Deutz
Mildred Utku, Mitglied des Ernährungsrats und Sprecherin der Essbaren Stadt Köln

Rahmenprogramm:

Freitag, 9. Juli 2021, 18 bis 18.30 Uhr
Gregor Weber & Gernot Bogumil – Müll-Performance

Samstag, 10. Juli 2021, 18 bis 18.30 Uhr
Jasmin Ali, Musikperformance mit Geige auf E-Beats

Freitag, 16. Juli 2021, 18.30 bis 19 Uhr
Rudi Rumstajn – Minikonzert

Sonntag, 18. Juli 2021, 18 bis 18.30 Uhr
Performance Weber & Bogumil zur Finissage

Gefördert von:
Corona Soforthilfe des Bundes, FinderTV Kameraverleih, HTB – Steuerbüro am Park, Kunsthafen, Kunsthaus Rhenania

Pressefoto, zum Abdruck frei:
Gregor Zootzky, “Müllblumen – Achter Kontinent”, Installation Hofweiher Eifel im September 2020, © Gregor Zootzky, 2020

Pressekontakt
Gerne stelle ich Ihnen weitere Information sowie druckfähiges Bildmaterial zur Verfügung. Über ein Belegexemplar freue ich mich.

Barbara Jahn
++49 221 9762788

Kontaktdaten:
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Künstlerprojektbüro
Barbara Jahn
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Fon: 0221-9 76 27 88
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Über Gregor Zootzky
Der in Köln lebende und arbeitende Künstler, Filmemacher und Lehrer Gregor Zootzky studierte Bildende Kunst und Zeichentrickfilm in Namibia, den Niederlanden, der Tschechischen Republik und in Deutschland. Ihn verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit der Künstlerin Mary Bauermeister. Die fruchtbaren Jahre des gemeinsamen Schaffens, insbesondere die Prä-Fluxus-Zeit, beleuchtet sein Film „Psst pp Piano – Hommage à Mary Bauermeister“ von 2009. 2014 wurde sein Trickfilm „Hermes & Aphrodite“ über intergeschlechtlich geborene Menschen für den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis nominiert.