Namen-Jesu-Kirche in Bonn: Finissage der Ausstellung „Gezeiten“ von Ulrika Eller-Rüter am 5. November
Wasser und Zeit und das Mondlicht als Taktgeber
Kunst trifft Naturwissenschaft, Philosophie und Theologie
„Gezeiten haben die Entstehung des Lebens auf der Erde begleitet und sie bestimmen immer noch die Fortpflanzung vieler Lebewesen. Aber nicht nur die Schwerkraft des Mondes, die den Ozeanen ihren Gezeiten-Rhythmus aufzwingt, sondern auch das Mondlicht geben den Takt auf unserem Planeten vor. Gezeiten sind Zeitgeber; sie organisieren Leben“, erklärt Prof. Dr. Benjamin Kaupp, Chemiker und Biophysiker, Emeritus-Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen.
Anlässlich der Finissage der Ausstellung „Gezeiten“ von Ulrika Eller-Rüter am Donnerstag, dem 5. November 2026, um 19.30 Uhr, in der Namen-Jesu-Kirche, wird Prof. Dr. Benjamin Kaupp mit Prof. Dr. Martin Booms, Philosoph, Michael Kehren, Theologe und Rektor der Namen-Jesu-Kirche in Bonn, und mit der Künstlerin in einer Podiumsdiskussion über WASSER und ZEIT in einen Dialog treten.
Für den musikalischen Rahmen sorgt Willi Kronenberg, Organist an der Namen-Jesu-Kirche und der Gemeinde St. Cyprian.
Der Eintritt ist frei.
Das Zusammenspiel von Vergänglichkeit und Wachstum
Mit ihrer Ausstellung „Gezeiten“ widmet sich Ulrika Eller-Rüter dem Wasser als vielschichtigem Element. Wie Ebbe und Flut einem stetigen Wandel unterliegen, spiegeln die Werke Veränderung, Bewegung und feine Farbnuancen wider.
Großformatige Papierarbeiten, Salz- und Farbobjekte sowie eine Teich-Installation machen die elementaren und ästhetischen Dimensionen der Gezeiten sinnlich erfahrbar.
Unmittelbar vor dem Altar hat die Künstlerin einen künstlichen Teich mit grünem Wasser angelegt, umsäumt von lebenden Pflanzen. So entsteht ein Spannungsbogen zwischen dem Weihwasserbecken im Eingangsbereich, das für rituell geprägtes, christlich-heiliges Wasser steht, und dem grünen Wasserbecken im Altarraum, das eine interreligiöse Perspektive eröffnet.
Foto: Rechte Galerie Geißler-Bentler