Reisen

Sacri Monti – kunstvolle Ziele am Lago Maggiore

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Es gibt unzĂ€hlige Wanderziele in der nĂ€heren und weiteren Umgebung des Lago Maggiore. Das ganze Jahr hindurch bieten sich die zum UNESCO-Welterbe erklĂ€rten Sacri Monti, die „Heiligen Berge“, fĂŒr „kunstvolle“ AusflĂŒge an. Diese in grandiose Landschaft gebetteten Schatzkammern der Renaissance und des Barock lassen sich jetzt auch mit einer App erkunden.

Im Laufe von mehr als 200 Jahren wurden die Sacri Monti auf dem Gebiet der Regionen Piemonte und Lombardei errichtet. Die Ă€lteste dieser WallfahrtstĂ€tten datiert auf das Jahr 1486, die jĂŒngste wurde 1712 vollendet. Alle neun „Heiligen Berge“ thronen in privilegierten Panoramalagen und verdanken ihren Namen jeweils der Ortschaft, die ihnen am nĂ€chsten liegt. So gibt es einen Sacro Monte von Varese, von Crea, von Orta, Oropa, Ossuccio, von Ghiffa, Domodossola und Belmonte. Alle gemeinsam hat die UNESCO zur WelterbestĂ€tte erklĂ€rt.

GlÀubige von der Pilgerfahrt abhalten

Die Faszination der Sacri Monti geht weit ĂŒber ihre reizvolle Lage in der Berg- und Seenlandschaft, die sich nördlich von Turin und Mailand erstreckt, hinaus. Jeder dieser Orte bietet Gelegenheit, in die Kunstgeschichte einzutauchen und einige der regional bedeutendsten Renaissance- und BarockkĂŒnstler kennenzulernen – Gaudenzio Ferrari, Giovanni d’Enrico, Francesco Silva, Dionigi Bussola und viele andere. FĂŒr die meist geistlichen Bauherren, auf deren Geheiß die Sacri Monti errichtet wurden, war Kunst Mittel zum Zweck. Denn mit den neu errichteten PilgerstĂ€tten wollten sie die GlĂ€ubigen abhalten, die lange und beschwerliche Reise ins Heilige Land anzutreten. Seit der Eroberung Konstantinopels, des heutigen Istanbuls, durch die Osmanen im Jahr 1453 galt eine Reise nach Jerusalem und an andere fĂŒr das Christentum bedeutende Orte als sehr gefĂ€hrliches Unterfangen.

Aus diesem Grund waren Klostergemeinschaften bestrebt, neue Orte zu schaffen, an denen sich die GlĂ€ubigen spirituelle Nahrung holen konnten. So entstanden – durch das Zusammenwirken von Natur und Architektur, Bildhauerkunst und Freskomalerei – die „Heiligen Berge“ als Pilgerziele. Als sich im Laufe des 16. Jahrhunderts die Ideen der Kirchenreformer immer stĂ€rker verbreiteten und ihre Lehre immer mehr AnhĂ€nger fand, erkannten die Katholische Kirche in den kunstvoll gestalteten „Heiligen Bergen“ auch ein Instrument, das ihrer Gegenreformation dienen konnte. Die Sacri Monti sollten helfen, dem katholischen Glauben neue Strahlkraft zu verleihen und die Menschen unempfĂ€nglicher fĂŒr die Ideen der Protestanten zu machen.

Mitten im Geschehen

Kapellen sind das HerzstĂŒck aller Sacri Monti. Ihr Inneres ist ausgestaltet mit lebensgroßen Statuen und Freskomalerei. Die Darstellung von Szenen aus der Bibel und Legenden rund um Leben und Tod der von der Katholischen Kirche verehrten Heiligen hat hier einen geradezu theatralischen Charakter. Die Kunstwerke sind so meisterlich aufeinander abgestimmt, dass sich Betrachtende mitten im Geschehen und als Teil der Szene fĂŒhlen.

Der kleinste der neun Sacri Monti ist der hoch ĂŒber dem Lago Maggiore gelegene Sacro Monte von Ghiffa mit seinen drei Kapellen. Der grĂ¶ĂŸte und zugleich Ă€lteste liegt nahe der Ortschaft Varallo unweit der Grenze zur Schweiz. In seinen 45 Kapellen finden sich insgesamt etwa 800 Skulpturen, erschaffen von KĂŒnstlern wie Gaudenzio Ferrari, Giovanni d’Enrico und Tanzio da Varallo – allesamt Meister ihres Fachs, die der Sakralkunst Norditaliens ihren Stempel aufgedrĂŒckt haben.

Auch der Weg ist das Ziel

Der Sacro Monte von Varallo war auch das Vorbild, das dem Abt von Novara vorschwebte, als er Ende des 16. Jahrhunderts die WallfahrtstĂ€te in der malerischen Gemeinde Orta am Ortasee in Auftrag gab. Hier gelang es dem Kapuzinerarchitekten Cleto, ein Ensemble aus 20 Kapellen mit Ă€sthetischem GespĂŒr in die Landschaft zu setzten. Innen ziehen realistisch anmutende Statuen vor Freskomalerei auch heutige Betrachter unwillkĂŒrlich in ihren Bann.

Jede der neun WallfahrtstĂ€tten hat ihren ganz eigenen Charakter. DafĂŒr sorgen schon die ganz unterschiedlichen Andachtswege, die von der nĂ€chstgelegenen Ortschaft zum Sacro Monte fĂŒhren. Macht man sich auf den Weg zum Sacro Monte von Varese, endet der Anstieg im pittoresken Dörfchen Santa Maria del Monte. Namhafte lombardische KĂŒnstler – Morazzone, Francesco Silva, die BrĂŒder Recchi, Dionigi Bussola und Stefano Maria Legnani – haben den zehn Kapellen dieses Wallfahrtortes inspirierende Schönheit verliehen, die auch nach Jahrhunderten staunen lĂ€sst.

Alle Sacri Monti sind ganzjĂ€hrig zu besichtigen und lassen sich auch mit dem Auto, einige sogar mit der Seilbahn erreichen. Öffnungszeiten und Informationen zu gefĂŒhrten Touren gibt die Website www.sacrimonti.org, deren Inhalte sich auch auf Deutsch abrufen lassen. Mit der App (www.sacrimonti.org/de/app-sacri-monti-unesco) lassen sich die kĂŒnstlerischen Highlights aller „Heiligen Berge“ multimedial und interaktiv entdecken.

Kontaktdaten:
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