Eloise Harcourts Einzelausstellung „Shed“
SomoS Arts lädt ein zu „Shed“, einer Einzelausstellung von Eloise Harcourt mit neuen Skulpturen. Die während ihrer Zeit bei SomoS entstandenen Arbeiten greifen Formen des Haltens, Stützens und Eingreifens auf, wie sie im häuslichen und medizinischen Alltag begegnen. Harcourt richtet den Blick auf Situationen, in denen Hilfe nicht entlastet, sondern Druck erzeugt, und in denen Fürsorge in Kontrolle umschlägt. Ausgangspunkt sind medizinische Systeme, reproduktive Gewalt und jene oft stillen Mechanismen, durch die Menschen untersucht, geführt und normiert werden.
In den Skulpturen treffen weiche, hängende, körpernahe Formen auf starre Gerüste, Halterungen und Gestänge. Gerade daraus entsteht ihre Spannung: Das, was etwas hält oder schützt, kann zugleich drücken, begrenzen und den Körper verändern. Harcourt arbeitet mit dieser Ambivalenz nicht illustrativ, sondern über Material, Maßstab und räumliche Setzung.
Mit Oberflächen und Materialien, die an Haut, Haare, Falten und innere Strukturen erinnern, verwandelt Harcourt den Raum in eine dichte, körperlich erfahrbare Situation. „Shed“ zeigt den Körper nicht als glatte oder ideale Erscheinung, sondern als verletzlich, durchlässig und widerständig. Verzerrung, Auslaufen, Last und Gegenwehr treten ebenso hervor wie Momente von Zartheit. Der Blick des Publikums richtet sich dabei nicht nur auf die Skulpturen selbst, sondern auch auf die eigenen Reaktionen: Unbehagen, Nähe, Abwehr, Neugier.
Der begleitende Artist Talk gibt Einblick in Harcourts Arbeitsprozess und in die Recherchefelder, aus denen die Ausstellung hervorgegangen ist. Ergänzt wird die Ausstellung durch das Sonderprogramm des Sellerie Weekend, das vom 1. bis 3. Mai die Programme zahlreicher Berliner Projekträume zusammenführt.
Programm
Freitag, 1. Mai, 19 Uhr: Walkthrough mit der Künstlerin im Rahmen des Sellerie Weekend
Sonntag, 3. Mai, 16 Uhr: Artist Talk im Rahmen des Sellerie Weekend
Weitere Informationen: https://somos.media/121