Von wegen ein „kühles Blondes“ aus dem Norden – Ina Müller begeistert Braunschweig

IMG_5236Ich musss zugeben, dass ich mit gemischten Gefühlen zum Auftritt von Ina Müller im Rahmen ihrer Juhu-Tour die ausverkaufte Volkswagen Halle in Braunschweig betrete. Ab und zu zappt man halt mal zu Inas Nacht, aber viel kenne ich von der Powerfrau aus dem Norden Niedersachsens nicht. Doch schon der erste Song „Zimmer 410“ und die ausgiebige Begrüssung ihres Publikums zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. Ina macht schnell klar auf welche Randgruppe Ihr Repertoire ausgerichtet ist. Die Männer bekommen als Laune der Evolution ordentlich ihr Fett weg. Die Art wie die Entertainerin aus Köhlen über uns XY-Chromosom-Träger herzieht ist jedoch sehr sympatischer Natur. Ja, als Mann erkennt man sich in ihren Erzählungen teilweise sogar wieder und es macht irre Spass Ziel ihrer Attacken zu sein. Ina geizt auch nicht mit Selbstkritik und berichtet offen über Shapewear, Orangenhaut und vertane Liebesmüh. Dieser Humor trifft voll mein Zentrum und ich komme teilweise aus dem Lachen nicht mehr raus. Schön zu hören, dass Ina in jungen Jahren die lebende Fernbedienung in Ihrer Familie war. Auch ich musste als Kind zum Programmwechsel der Glotze aufspringen, wenn mein Vater dies anordnete. Ebenfalls grandios, als sie mit einer Peitsche in der Hand Dampf über alles ablässt, was im IMG_5209Alltag nervt. Völlig nachvollziehbar und direkt aus dem Leben. Kann man nicht wiedergeben, muss man einfach gehört haben. Aber Ina Müller ist nicht nur Comedian, sondern auch eine außergewöhnliche Sängerin. Klar, wenn sie in ihrem TV-Format andere Künstler unterstüzt weiss man schon um ihr Potential. Doch ihren ganz persönlichen Songs zu lauschen ist nochmal eine andere Nummer. Die Texte erzählen schöne Geschichten, die sich vor dem geistigen Auge sofort abzuspielen scheinen. Musikalisch sind viele Einflüsse auszumachen. Einfach eine tolle Mischung, die auf ihrem neuen Album „Ich bin Die“ zusammenkommt. Ein echt beeindruckender und lustiger Abend geht nach zweieinhalb Stunden Nonstop zu Ende. Nun bin auch ich ein Ina Müller Fan. Und mal ehrlich, ohne uns Dreibeiner geht es ja nun auch nicht.

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