Von Männerliebe und talentierten Jungs – Tag 4 und 5 auf dem Open Flair 2017

IMG_8254Endlich! Samstag, mein Lieblingstag der Woche und mein Leiblingstag auf dem Open Flair 2017. Ich bin hochmotiviert und will soviel sehen als möglich. Wir steigen in unsere verschlammten Schuhe und machen uns los zum Werdchen. Die letzten Töne von „Der Fall Böse“ streifen unsere Gehörgänge. Hörbarer Hamburger Hip-Hop-mit echtem Blues-Charakter. Wir werden von einem gut gefüllten jungen Herren direkt neben uns angesprochen und darauf hingewisen, dass wir müde aussehen. Er war auch müde, habe sich aber übergeben und wäre nun IMG_8268wieder völlig auf dem Damm. Um diese Weisheit reicher, lassen wir uns vom Bass der Hauptbühne anlocken. Hier wabern die Beats von SSIO durch die Boxen. Der Rapper aus Bonn macht die frühe Meute zu wahren Schlammspringern. Das ging in den Magen. Was für den Kopf gibt es auf der Hofbühne. Hier beweist der Liedermacher und Poetry Slammer Jason Bartsch kunstvoll, dass Worte auch ohne Fekal-Ausdrücke wirken können. Mit der Textmenge und der Geschwindigkeit kommt wahrscheinlich ebenfalls kein Sprechgesangler mit.

IMG_3791Genug, wir brauchen eine Pause. Helmut lockt mit kühlem Trank. Auf der anderen Seite der Bierbank fragt mich spontan ein promillehaltiger Gast für wen ich denn schwul werden würde. Ich bin froh, dass mein Nachbar das Wort ergreift. Doch während dieser sich wortkarg an guten Freunden langhangelt, meint sein Gegenüber in glasklaren Worten: „Ich würde mich für Michael Schøn Poulsen (Leadsänger Volbeat) und Benjamin Kowalewicz (Leadsänger von Billy Talent) nach vorne beugen. Das klingt nach wahrer Verehrung und einem Hauch von Männerliebe. Mit diesen Bildern im Kopf wollen wir in die Elektro-Area des Flairs einwandern. Trotz des Matsches geniessen wir das chillige Ambiente dieser Neuerung. Hier haben sich die zwei FSJler des Arbeitskreises Open Flair richtig kerativ ausgetobt. Hängematten, Shishas und chillige Beats lassen uns dann doch ein wenig länger als geplant in dieser Oase verweilen. Moose Blood eine  Indie-Rock-/Emo-Band aus Canterbury war von uns im Vorfeld als sehenswert eingestuft und kann auch tatsächlich auf der Freibühne am Nachmittag überzeugen. Man mixe Kings of Leon mit Jimmy Eat World und streift schon ziemlich genau den Stil der Band aus England.

IMG_8290Dann am Abend ist es soweit. Ich habe Jahre auf diesen Moment hingefiebert und da sind sie: Billy Talent. Die Combo aus Kanada mit ihren Punk-Wurzeln spielt ein Mitsing-Song nach dem anderen. Nur St. Veronika, mag ich aus privaten Gründen nicht mehr hören. Der Rest reisst mit und macht unendlich viel Spaß. Mitten im Rausch dieser talentierten Jungs spricht uns eine junge Dame von der Seite an. Sie wirkt irgendwie verwirrt und fragt ob wir Jörg gesehen haben. Der wollte nur Crowd-Surfen gehen und dann wieder kommen. Nun sei er wohl endgültig weg, meint sie und das an ihrem Jahrestag. Jörg wenn du diese Zeilen liest, ich denke deine Ex-Freundin wartet immer noch auf Dich! Geschichten, die eben nur das Flair IMG_8406schreiben kann. Vielleicht hat Jörg ja noch das prachtvolle Feuerwerk zum Tagewechsel gesehen. Wir werfen danach noch einen Blick auf die erste Band des fünften Tages. Die „Blues Pills“, eine Bluesrock-Band aus Schweden rund um die Sängerin Elin Larsson, begleitet uns zur wohl verdienten Ruhe.

Der nächste Tag hält anfangs wieder regen für uns bereit. Die letzten Kräfte reichen gerade noch für Hi! Spencer. Deutschsprachiger Indie-Punkrock der wirklich Lust auf mehr macht. Leider erfahren wir, dass unser Dackel Magenprobleme hat. Mehr ist dann wohl nicht wenn man frei nach der Devise handelt: Alles für den Dackel, alles für den Club! Wir fahren schweren Herzens Heim und sind jetzt schon ganz aufs nächste Jahr eingestellt.

Unterhaltungsfaktor: