Festival

Louis Lewandowski Festival 2023

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen, und damit r√ľckt das Louis Lewandowski Festival synagogaler Musik n√§her, das traditionsgem√§√ü in der Woche vor dem sowie – mit seinem jeweiligen Abschlusskonzert – am dritten Advent stattfindet. Bereits zw√∂lfmal in Berlin und seit einigen Jahren auch in Potsdam war dies der Fall, und vornehmlich gemischte Ch√∂re aus mancher Herren L√§nder – von Israel √ľber Russland und Italien bis zu den Vereinigten Staaten – lie√üen das Publikum in die Klangwelten religi√∂s gepr√§gter alter und neuer j√ľdischer Musik eintauchen.
Aus Anlass des 75. Jahrestages der Gr√ľndung des Staates Israel haben die Veranstalter um Festivaldirektor Nils Busch-Petersen und die K√ľnstlerische Leiterin Regina Yantian f√ľr dieses Jahr allerdings einen anderen Fokus gew√§hlt. Seit dem sp√§ten 19. Jahrhundert waren Juden aus aller Welt – h√§ufig veranlasst durch Einschr√§nkungen ihrer Rechte und Verfolgungen bis hin zu blutigen Pogromen an ihren vorherigen Wohnorten – in jene Gegend eingewandert, in der 1949 auf Beschluss der UNO die israelische Staatsbildung erfolgte. In den Jahrzehnten vor diesem Akt und noch bis gegen Ende der 1960er Jahre war die dortige j√ľdische Gemeinschaft kulturell √ľberwiegend von ost- und westeurop√§ischen Juden gepr√§gt. Durch weitere Einwanderungsgruppen aus Nordafrika, Zentralasien und dem Nahen Osten gewann das Land jedoch sp√§testens in den 1970-er Jahren immer mehr an Vielfalt, auch durch Musikkulturen aus aller Welt. Daraus wiederum sind neue israelische Musikkulturen erwachsen, die das 13. Louis Lewandowski Festival dem Publikum n√§herbringen m√∂chte.
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Auch die diesjährigen Festival-Konzerte werden wieder von internationalen Gästen sowie dem Synagogal Ensemble Berlin bestritten.
Der Nashirah Chorale wurde 2002 in Philadelphia gegr√ľndet und fasst j√ľdische Musik sehr viel weiter als die der meisten anderen j√ľdischen Ch√∂re in den USA. Dem Verst√§ndnis des Ensembles zufolge ist Musik dann j√ľdisch, wenn sie in einer Sprache des j√ľdischen Volkes (Hebr√§isch, Jiddisch, Ladino) geschrieben ist, wenn sie ein j√ľdisches Thema behandelt, wenn sie auf einem Text aus dem Tanach basiert (was erlaubt, auch Psalmvertonungen von Bach und Brahms zu singen) oder wenn sie von einem j√ľdischen Komponisten geschrieben wurde, unabh√§ngig von Text oder Vertonung. So singt der Chor neben liturgischer Musik zum Beispiel auch Broadway-Melodien von Irving Berlin und Leonard Bernstein.
Das Yamma Ensemble ist eines der Projekte der israelischen S√§ngerin Talya G. A Solan, die damit auf der Suche nach den Wurzeln der traditionellen israelischen Musik ist. Elemente ihrer eigenen Herkunft flie√üen dabei ein, vor allem das Erbe ihrer jemenitischen und bulgarisch-sephardischen Gro√üeltern. Oft entsteht so ein Gef√ľhl von uralten Zeiten, voll von Tradition und Spiritualit√§t, auch wenn das Material genauso oft aus eigener Feder stammt und die Herkunft der Musiker aus dem Orient und S√ľdosteuropa widerspiegelt.
Tehila Nini Goldstein, in New York City geboren und in den Jud√§ischen Bergen in der N√§he von Jerusalem aufgewachsen, begann sie im Alter von zw√∂lf Jahren im Ankor-M√§dchenchor in Jerusalem zu singen, mit dem sie unter der Leitung von Claudio Abbado, Kurt Masur, Antonio Pappano, Zubin Mehta, Luciano Berio und vielen anderen der weltweit bemerkenswertesten Musiker unserer Zeit auftrat. Heute erstrecken sich ihre musikalischen Interessen und ihre Leidenschaft von der fr√ľhen Barock- √ľber die Volksmusik und bis St√ľcken, die speziell f√ľr ihre einzigartigen F√§higkeiten geschrieben wurden. Sie genie√üt es, zwischen Oper, Kammermusik und verschiedenen Liedrepertoires hin und her zu wechseln.
Das Synagogal Ensemble Berlin wurde 2002 von Regina Yantian als Konzertensemble gegr√ľndet. Es besteht aus bis zu 16 professionellen S√§ngern, die an internationalen Opernh√§usern arbeiten und als freischaffende Konzerts√§nger unter anderem auch im Chor der Berliner Synagoge Pestalozzistra√üe t√§tig sind.
Das Er√∂ffnungskonzert des diesj√§hrigen Festivals wird mit allen K√ľnstlern in Cottbus stattfinden. Dann geht es in Berlin weiter mit Auftritten in der Synagoge am Fraenkelufer, in der Krankenhauskirche im Wuhlegarten sowie den Reindorfhallen in Obersch√∂nweide. Den traditionellen Abschluss wird das gro√üe Finale, wieder mit allen K√ľnstlern, in der Synagoge Rykestra√üe, bilden.

Louis Lewandwoski Festival 2023, 14. – 17. Dezember in Berlin und Cottbus; alle Informationen zu den Konzerten und Veranstaltungsorten im Internet; Kartenbestellungen unter reservierung@louis-lewandowski-festival.de.

Der Verein der Freunde und F√∂rderer des Synagogal-Ensembles Berlin e.V. widmet sich der Pflege der musikalischen Tradition des j√ľdischen Komponisten Louis Lewandowski, dieses gro√üen Reformators der j√ľdischen Liturgie im Berlin des 19. Jahrhunderts.

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Bildquelle: Festivalveranstalter

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