Party-Sahne – Tag 2 auf dem Open Flair 2025
Der Tag beginnt, wie ein Flair-Donnerstag beginnen sollte: Sonne pur und große Vorfreude auf das, was mich heute auf dem Festival in Eschwege erwartet. Nach einer kleinen Frühstücksstärkung am Bus, marschiere ich los in Richtung Campingplatz, um mir das illustre Treiben dort einmal genauer anzuschauen. Ich mag es einfach glücklichen Menschen in diesem leicht anarchistischen
Stadtteil zu beobachten. Flunky Ball, wohin man auch schaut. Herzchen und Glitzer für alle. Eine heile Welt, die gefällt. Der Mittags Hunger und die aufploppenden Blasen am Fuß treiben mich dann in die Innenstadt. Schon jetzt, am Donnerstag scheint die Stadt aus allen Nähten zu brechen. Insbesondere die Gastronomie darf sich hier jedes
Jahr auf eine Finanzspritze der Flairgänger freuen. Das Schnitzel Wiener Art bringt meine Lebensgeister zurück. Heute ist auch der Tag der Walking Acts. An allen Ecken wimmelt es von sonderbaren Gestalten und fahrbaren Mini Bühnen. Mein Tages-Highlight ist Zweifels ohne der Pianist Adrian Gabriel mit seinem Klavierwagen auf der Werra-Brücke. Dank der jazzigen Klänge und der leicht aufkommenden, die Schweißperlen trocknenden Brise kann ich bei dieser musikalischen Darbietung komplett runterfahren und
den Moment regelrecht in mich aufsaugen. Manchmal braucht es keine großen Bühne und meterhohe Boxen-Türme. Und dennoch erfreue ich mich auch über den auf der Seebühne stehenden FRYTZ. Seine chilligen Rap-Pop Songs erzeugen ebenfalls eine sehr erholsame Atmosphäre. Auf der Hof-Bühne vor dem E-Werk zeigen die Jungs von MacCormac, dass sie mit ihrem Indie-Rock durchaus den Nerv der Flairies erreichen. Gegen Abend entern dann die Heidelberger Irie Révoltés die Bretter gegenüber das Wettertalsees. Die neunköpfige Band vereint gekonnt Musikstil wie Hip-Hop, Ska, Dancehall und Reggae.
Eine Mischung, bei der man einfach mitgeben muss. Als ich die Mengen auf dem vom Mond beschienen Platz einfinden, um Ski Aggu zu huldigen, merke ich, dass der Aggu, Pardon Akku, meines Körpers eine Tiefenentladung vollzogen hat, und begebe mich zurück in den schlafspendenden Bauch meines Fahrzeugs. Während die noch fitte Fraktion die Party Sahne des Skibrillenträgers schleckt erinnere ich mich kurz vor dem Einschlafen an den Moment als der Security-Mann aus dem Bühnengraben, mit dem ich auf dem letzten Flair ein Selfie machen durfte, umsrmte. „Ein Jahr nicht mehr gesehen und trotzdem wiedererkannt! Willkommen mein Freund!“. Schön wieder ein Teil der Familie zu sein.
Titelsong: Ski Aggu